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Hamburg Freikarten-Affäre um Rolling-Stones-Konzert vor Gericht
Nachrichten Hamburg Freikarten-Affäre um Rolling-Stones-Konzert vor Gericht
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09:32 20.11.2019
08.09.2017, Hamburg: Auf Bildschirmen auf der Bühne, die für das Konzert der Rockband The Rolling Stones im Stadtpark aufgebaut wurden, ist das Logo der Band zu sehen. Quelle: Christophe Gateau/dpa
Hamburg

Mehr als zwei Jahre nach dem Konzert der Rolling Stones im Hamburger Stadtpark beginnt am Mittwoch (9.30 Uhr) der erste Prozess in der sogenannten Freikarten-Affäre. Angeklagt ist die frühere Gesundheitsstaatsrätin Elke Badde (SPD). Die Staatsanwaltschaft wirft der 59-Jährigen Vorteilsannahme und Verleitung von Untergebenen zu einer Straftat vor.

Kostenloser Besuch nachträglich genehmigt?

Laut Staatsanwaltschaft hatte Badde zwei vom regulären Verkauf ausgenommene Tribünenkarten einschließlich vergünstigter Gebühren für 357,50 Euro gekauft. Die Karten stammten demnach aus einem Kontingent von 300 Kauf- und 100 Freikarten, die der ehemalige Leiter des Bezirksamts Nord, Harald Rösler (SPD), vom Konzertveranstalter verlangt und nach eigenem Gutdünken „ausgewählten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bezirksamts“ sowie „Freunden des Hauses“ geboten haben soll. Das Bezirksamt war für die Genehmigung des Konzerts zuständig.

Badde soll zudem als Vorgesetzte ungeprüft ein zurückdatiertes Schreiben nachträglich abgezeichnet haben. Damit habe Röslers kostenloser Besuch des Konzerts gemeinsam mit seiner Frau sowie die Teilnahme an einem Empfang nachträglich genehmigt werden sollen, ebenso wie die Weitergabe von vier Freikarten an Bekannte. Es sei nicht ausgeschlossen, dass das Amtsgericht noch am Mittwoch ein Urteil verkünde, sagte ein Gerichtssprecher.

Senatorin wurde in den einstweiligen Ruhestand versetzt

Badde war wegen der Anklageerhebung im Oktober 2018 in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden. Bürgermeister Peter Tschentscher und Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (beide SPD) hatten ihr dabei für ihre engagierte Arbeit in sieben Amtsjahren gedankt.

In der Affäre hat die Staatsanwaltschaft noch sieben weitere Anklagen erhoben. Darüber hinaus wurden Strafbefehle gegen vier Beschuldigte beantragt. Einer sei bereits rechtskräftig, sagte Oberstaatsanwältin Nana Frombach. Ein weiterer Strafbefehlsantrag sei vom Gericht gegen eine Geldauflage eingestellt worden.

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Von RND/dpa

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