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Hamburg Fragen und Antworten zum Kurzschluss
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17:01 04.06.2018
Eine Anzeige zeigt im Helmut-Schmidt-Airport die ersten Flüge des Tages als "gestrichen" an. Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa
Hamburg

Der Ausfall des Hamburger Flughafens am Sonntag hat bei den betroffenen Passagieren viel Ärger ausgelöst und hohe Kosten verursacht. Viele fragen sich, wie das passieren konnte. In den sozialen Medien gab es Spott für Hamburg und es wurden Verschwörungstheorien laut. Wie zuverlässig sind technische Systeme, auf die alle angewiesen sind?

Frage: Wir konnte es passieren, dass ein Kurzschluss den Flughafen für einen vollen Tag lahmlegte?

Grund für den Stromausfall war nach Angaben des Flughafens eine schadhafte Isolierung an einem Kupferkabel. Dieser Schaden führte zu einem heftigen Kurzschluss, der zahlreiche benachbarte Kabel einbezogen hat. Der Kurzschluss entstand in der Stromversorgung des Blockheizkraftwerks des Flughafens. Nachdem der Schaden lokalisiert war, mussten insgesamt 42 Kabel auf 540 Metern Länge großflächig ausgetauscht werden.

Kann das auch an anderen Flughäfen passieren?

Stromausfälle über Stunden gab es vereinzelt auch an anderen Flughäfen, zum Beispiel im vergangenen Dezember am weltgrößten Flughafen Atlanta im US-Bundesstaat Georgia. Sie sind jedoch sehr selten. Die deutschen Flughäfen seien dafür bestens gerüstet, hatte der Flughafenverband ADV damals mitgeteilt. Bei einem Szenario wie in Atlanta sei lediglich von einem zeitlich beschränkten Ausfall in einem eng beschränkten lokalen Gebiet auszugehen. Zu dem Hamburger Vorfall äußerte sich der ADV bislang nicht.

Wird durch den Flughafen-Ausfall das Vertrauen der Bürger in die Zuverlässigkeit großer technischer Systeme beschädigt?

Eher nicht. «Das ist ein großes Ärgernis», sagt Maik Poetzsch, der gemeinsam mit anderen Autoren die Folgen eines größeren Blackouts in Deutschland untersucht hat. «Es wird aber schnell wieder vergessen.» Es sei in der Bevölkerung gut verankert, dass technische Systeme auch einmal ausfallen können. Das lasse sich nicht ändern und werde hingenommen wie das Wetter.

«Wir alle haben unsere Zeit eng getaktet und verlassen uns darauf, dass immer alles pünktlich funktioniert», sagt der Hamburger Luftfahrtexperte Cord Schellenberg. «Das ist der Normalzustand.» Es sei vielleicht besser, Reserven einzuplanen. Denn Flugzeuge und alle anderen Verkehrsträger können aus vielerlei Gründen ausfallen oder sich verspäten, nicht nur wegen Stromausfalls: Aus Witterungsgründen oder wegen Streiks ebenso wie wegen Beschädigungen am Straßen- oder Gleiskörper oder Organisationsmängeln.

Was würde passieren, wenn die Stromversorgung für längere Zeit und in einem größeren Bereich unterbrochen würde?

Das wäre eine Katastrophe, die sehr schnell zum Zusammenbruch weiter Teile der Versorgung führen würde und viele Tote zur Folge hätte. «Schon nach zwei Stunden gibt es keine Kommunikation mehr, auch nicht unter Helfern und Behörden», sagt Poetzsch. In der Studie »Was bei einem Blackout geschieht» hat das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) schon 2010 aufgeschrieben, was passieren würde: Keine Kommunikation mehr möglich, kaum noch Verkehrsmittel nutzbar, Energie- und Wasserversorgung brechen zusammen, die Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln stockt. Der österreichische Autor Marc Elberg machte daraus einen Thriller.

Wie groß ist das Risiko, dass ein solcher Fall eintritt?

Sehr gering. Schon der Hamburger Stromausfall war ein Einzelereignis, das so zumindest seit Jahrzehnten nicht vorgekommen ist, vermutlich noch nie. «Deutschland hat eines der sichersten Stromversorgungssysteme der Welt», teilte die Bundesregierung im März auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion mit. Rein statistisch muss jeder Verbraucher im Durchschnitt nur 12,8 Minuten pro Jahr ohne Strom auskommen. Ein Fall wie in Lübeck, wo am 16. Mai der Strom für 146 000 Haushalte für vier Stunden ausfiel, ist eher selten. Die Versorgungssicherheit am Strommarkt liege oberhalb von 99,99 Prozent. Es stünden zudem verschiedene Reserven zur Verfügung, die regelmäßig an den Bedarf angepasst würden.

Von dpa

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