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Hamburg Zwei Tote durch Orkan Christian
Nachrichten Hamburg Zwei Tote durch Orkan Christian
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21:08 28.10.2013
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Orkan Christian wütet in Schleswig-Holstein. Quelle: Hermann
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21:06 Uhr Der Sturm flaut ab, den Einsatzkräften steht noch eine lange Nacht bevor. Mehr zum Orkantief lesen Sie am Dienstag in ihren Kieler Nachrichten, vielen Dank fürs Lesen und Unterstützen.

20:32 Uhr: Laut Bildungsministerium fällt am Dienstag in der Stadt Flensburg und im Kreis Nordfriesland der Schulunterricht aus.

19:50 Uhr: Das Orkantief forderte ein weiteres Opfer: In Göhl stürzte am Nachmittag eine freistehende, nicht mit dem Einfamilienhaus verankerte Mauer aus Kalksandstein, auf die 66-jährige Eigentümerin. Die Frau wurde unter der Mauer verschüttet und verstarb noch an der Unglücksstelle.

19:12 Uhr: „Christian“ raste mit einer Geschwindigkeit von bis zu 173 Stundenkilometern über den Norden. Der Spitzenwert wurde in St. Peter-Ording (Nordfriesland) gemessen. Dort flogen sogar Strandkörbe durch die Luft. Das ARD-Wetterstudio maß eigenen Angaben zufolge sogar einen neuen Rekord bei Windgeschwindigkeiten für Norddeutschland. Die Stationen auf Borkum und Helgoland-Oberland hätten am Nachmittag jeweils 191 Stundenkilometer verzeichnet, teilte ein Sprecher vom zuständigen Unternehmen Bavaria Film aus München mit.

19:10 Uhr: Bei der Polizei in Schleswig-Holstein waren alle verfügbaren Kräfte im Einsatz. Mehrere hundert Hilferufe konnten laut Landespolizeiamt nur zeitverzögert bearbeitet werden. Am Hamburger Flughafen warteten 1500 Passagiere zweieinhalb Stunden in den Maschinen auf die Abfertigung.

19.09 Uhr: Unsere Kollegen sind die ganze Zeit im Außen-Einsatz. Was sie fotografieren zeigen wir Ihnen in einer Bilderstrecke aus der Redaktion.

Das Orkantief Christian fegt über das Land und die Redaktion der Kieler Nachrichten fängt Bilder vom Sturm ein.

19:07 Uhr: Auf der Hallig Hooge sagte Bürgermeister Matthias Piepgras: „Ich habe so eine Wucht noch nicht erlebt.“ Es sei schlimmer als beim Orkan „Kyrill“ (2007) gewesen. Eine Frau sei durch umherfliegende Gegenstände leicht verletzt worden. Der zu Hilfe gerufene Seenotrettungskreuzer konnte wegen des Sturms aber nicht anlegen. „Die Nordsee war wie am Kochen.“ Am Abend beruhigte sich die Wetterlage. Die Windstärke lag bei 8 bis 9 — „ein laues Lüftchen“, sagte Piepgras. Auf der sogenannten „Königin der Halligen“ sind auch um diese Jahreszeit noch Touristen. „Die freuen sich, so ein Naturschauspiel auch erleben zu können“, hatte der Bürgermeister noch vor dem Durchzug des Orkans gemeint. Die Strandbar Pitschi's in Wyk auf Föhr war bei dem Unwetter voll. „Aber nur drinnen“, sagte Besitzer Peter Schaper. Draußen habe man zurzeit keine Chance: „Im Moment weht man weg.“ Spazierengehen könne man nicht mehr.

19:02 Uhr: Die Feuerwehr Bad Segeberg hat 23 Einsätze in Stadtgebiet und drei außerhalb abgearbeitet. In der Eutiner Straße verursachten heruntergefallene Äste einen Auffahrunfall. In der Ziegelstrasse wurde eine Ampel gesichert, im Weinhof war ein Bauzaun auf die Strasse gefallen und in der Oldesloer Strasse und Kurhausstrasse wurden Dachschäden beseitigt. Im Kurpark entstand großer Sturmschaden. Insgesamt waren 45 Feuerwehrleute im Einsatz. Sie wurden vom THW und dem DRK unterstützt.

18:47 Uhr: Wer kommt eigentlich für die Schäden von Orkantief "Christian" auf? "Sturm ist nach den Versicherungsbedingungen bereits ab Windstärke 8 gegeben", sagt André Marotz, Schadenexperte der Provinzial. Gebäude-, Hausrat- und Kaskoversicherung seien die in Frage kommenden Versicherungen.

18:17 Uhr: Auf der Bahnstrecke Husum-Westerland ist am Nachmittag ein Zug der Nord-Ostsee-Bahn in einen umgestürzten Baum gefahren. Dabei sprang eine Achse des Zuges aus dem Gleis. Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich rund 60 Personen in dem Zug. Die Feuerwehr Langenhorn ist im Einsatz, um den Baum aus dem Gleisbereich zu entfernen. Das THW Niebüll wird den Zug wieder aufgleisen.

18:11 Uhr: Hier noch die Zahlen aus Kiel: Die Feuerwehr wurde ab 15 Uhr zu 339 Einsätzen gerufen. In 271 Fällen musste Hilfe geleistet werden. Bäume waren umgeknickt, Dächer abgedeckt. Insgesamt 15 Brandmeldeanlagen schlugen witterungsbedingt Alarm. Nach Informationen der Feuerwehr waren zu Beginn des Sturms nicht genügend Feuerwehrleute verfügbar. Deshalb mussten die freiwilligen Feuerwehren hinzugerufen werden. Insgesamt 34 Notfalleinsätze liefen bei der Feuerwehr auf. Zwei Personen - darunter die Person, auf die der Baum in der Uferstraße gestürzt war - wurden leicht verletzt.

Wenn auch Sie noch ein Foto vom Orkan Christian haben, schicken Sie es doch bitte an onliner@kieler-nachrichten.de

18:10 Uhr: Erste Bilanz der Feuerwehr: Seit den frühen Nachmittagsstunden erreichen die Sturmboen die LH Kiel, Kreise RD-ECK und Plön. Dadurch kam es zu erheblichen Schäden in Form von umgestürzten Bäumen, aufgewehten Baustelleneinrichtungen, Gerüstteilen sowie abgedeckte Hausdächer. Mehrere Fußgänger, Arbeiter sind durch umherfliegende Gegenstände und umgestürzte Bäume in Kiel, Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Plön leicht verletzt worden. In der Landeshauptstadt mußten Einsatzkräfte der Feuerwehr auf Grund der umgestürzten Bäume die Zugänge für die Rettungskräfte mit Motorsägen freischneiden, um an die verunfallten Menschen zu gelangen. Die teilweise starken Böen und der zusätzliche Starkregen bereitet allen eingesetzten Einsatzkräften von Feuerwehr und Rettungsdienst erhebliche Schwierigkeiten. Über 450 Einsätze sind in Kiel, RD-ECK und Plön zu verzeichnen. 300 Einsatzkräfte von Berufs und freiwilliger Feuerwehr, Rettungsdienstmitarbeitern, Leitstelle sowie dienstfreie Beamte sind zur Zeit in Kiel pausenlos im Einsatz.

18.09 Uhr: Der Nord-Ostsee-Kanal  bleibt bis Dienstagfrüh gesperrt. Die Sicherung der schwer beschädigten „Siderfly“ verzögerte sich. Die Wetterlage mit dem Orkan erschwert die Arbeiten der Berger vor Ort. Das ist auch der Grund, weshalb erst am Dienstag wieder mit dem Einschleusen von Schiffen begonnen werden soll. Inzwischen liegen in Kiel und Brunsbüttel fast 40 Schiffe vor Anker.  

18:05 Uhr: In Surendorf hat Orkan Christian einen Wohnwagen komplett zerlegt.

Von dem Wohnwagen blieb nur noch Schutt über. Foto: VR

Erstes Todesopfer

17:44 Uhr: Im heftigen Sturm über Schleswig-Holstein ist am Montagnachmittag ein Mann in Flensburg von einem Baum erschlagen worden. Näheres war zunächst nicht bekannt. Wie die Polizei mitteilte, waren 70 Beamte und Retter in der Fördestadt im Einsatz. Zuvor hatte der Führungsstab der Stadt die Alarmstufe 3 ausgerufen. Somit waren die Berufs- und alle Freiwilligen Feuerwehren alarmiert. Auch das THW war im Einsatz, ebenso wie Kräfte des Technischen Betriebszentrums (TBZ), die bei der Beseitigung umgestürzter Bäume halfen. Über Flensburg wütete der Sturm nach Angaben der Stadt mit Windstärke 12.

17:32 Uhr: Der Sturm hat den Kreis Pinneberg fest im Griff. Die Kooperative Regionalleitstelle (KRLS) wickelt zurzeit für die Kreise Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen diverse Schäden aufgrund des ersten Herbststurms ab. Zum jetzigen Zeitpunkt sind über 1000 Einsätze abgearbeitet oder vorgemerkt. Diese werden von den Einsatzkräften der Kreise (Feuerwehr und THW) abgearbeitet. Aufgrund der Einsatzdichte können zum jetzigen Zeitpunkt noch keine detaillierten Angaben zu Schäden, Einsätzen und Verletzten gemacht werden.

17:22 Uhr: Eindrucksvolle wie beängstigende Bilder erreichen die Reaktion. Wenn auch Sie ein Foto vom Orkantief Christian gemacht haben, senden Sie es doch an onliner@kieler-nachrichten.de. Wir veröffentlichen es dann unter der Bildergalerie.

Das Orkantief „Christian“ fegt über Schleswig-Holstein hinweg. Auf den Nordfriesischen Inseln wurden Orkanböen von bis 140 Stundenkilometern erwartet. Der Kreis Nordfriesland schickte Schüler nach Hause, und auf Hallig Hooge wird das „Land unter“ erwartet. Auch in Kiel und der Region schlägt "Christian" mit voller Wucht zu.

17:20 Uhr: Das Orkantief hat zu einer Reihe von Stromausfällen – zunächst vor allem an der Westküste und inzwischen in ganz Schleswig-Holstein – geführt. Auslöser für die Störungen sind umherfliegende Äste, die sich in Hochspannungsleitungen und Umspannwerke verfangen haben oder in die Mittelspannung gestürzte Bäume. Die Schleswig-Holstein Netz AG hat alle verfügbaren Kräfte an den Brennpunkten im Land zusammengefasst. Hierzu wurden Schichtwechsel ausgesetzt, das eingesetzte Personal in der Netzleitstelle versechsfacht und die Schwestergesellschaft E.ON Avacon in Niedersachsen um Unterstützung angefragt. Darüber hinaus wurden Notstromaggregate, Spezialfahrzeuge und Ersatzteile an den technischen Niederlassungen bereitgestellt. Im Fall von heruntergerissenen Stromleitungen bittet die Schleswig-Holstein Netz AG die Bevölkerung auf jeden Fall, einen größeren Sicherheitsabstand einzuhalten.

17:17 Uhr: In der Imland-Klinik in Rendsburg werden vermehrt Menschen mit Kopfverletzung behandelt. Die Verletzungen stammen von herumfliegenden Ästen.

17:12 Uhr: Die Handynetze brechen in Rendsburg und Umgebung immer wieder zusammen. In der Schleswiger Chaussee Höhe Butterberg ist ein großer Baum gegen ein Mehrfamilienhaus gekippt.

Nichts geht mehr am Flughafen und bei der Bahn

17:08 Uhr: Bis zu 1300 Fluggäste haben am Montag wegen des OrkantiefsChristian“ lange in ihren gelandeten Maschinen auf dem Hamburger Flughafen ausharren müssen. Um 14.45 Uhr musste die Abfertigung wetterbedingt eingestellt worden, sagte eine Flughafen-Sprecherin. Zeitweise standen deshalb bis zu 13 Flugzeuge auf dem Vorfeld. Dort war ein Arbeiten nicht mehr möglich. „Die Kapitäne entschieden sich gegen das Öffnen der Maschinen“, sagte die Sprecherin weiter. Wenn die Luken der Flugzeuge aufgingen, sei die Sicherheit der Passagiere nicht mehr garantiert. Wie viele Menschen genau an Bord betroffen waren, stand zunächst nicht fest. Der Flughafen schätzte, dass sich die Lage gegen Abend entspannen würde. Mehrere Flüge nach Hamburg seien aufgrund des Orkans gestrichen worden. Zudem wurde mit Verspätungen bei den Abflügen von Hamburg gerechnet.

17:06 Uhr: Kleiner Blick über die Landesgrenze: Orkanartige Böen bis Stärke zwölf haben am Montagnachmittag den Bahnverkehr in Teilen Mecklenburgs lahmgelegt. Die Deutsche Bahn AG stoppte ihre Züge zwischen Hamburg und Schwerin sowie Lübeck und Bad Kleinen (Nordwestmecklenburg), wie ein Sprecher mitteilte. Busersatzverkehr wurde eingerichtet. Auch der Fernverkehr zwischen Berlin und Hamburg war demnach von Einschränkungen betroffen. Die Bahn bat Reisende, sich vor Fahrtantritt über die Zugverbindungen unter 0180/6996633 oder auf der Internetseite www.bahn.de zu informieren.

17:03 Uhr: Die FFW Bad Segeberg ist seit 14:30 Uhr im gesamten Stadtgebiet im Einsatz. Über 20 Einsätze werden nach einem Vollalarm abgearbeitet. Momentan sind 10 Fahrzeuge mit 45 Mann im Einsatz. Neben Bäumen auf Strassen und Wegen sind auch Dächer gesichert und Ampeln befestigt worden. Das THW und DRK stellen  Kräfte für weitere Bergearbeiten und als First Responder zur medizinschen Erstversorgung bereit.

16.53 Uhr: In Rendsburg staut sich der Verkehr bis in die Innenstadt, da die Autos momentan nicht durch den Tunnel fahren können. Auf der Westerrönfelder Seite ist ein Baum auf die Fahrbahn gekippt. Die Ausfahrt des Tunnels ist nicht passierbar, berichtet Jörg Wohlfromm.

16:39 Uhr: Unser Rendsburger Kollege Hans-Jürgen Jensen kann sich an keinen Sturm erinnern, der solche Schäden in Rendsburg angerichtet hat. Dachziegel flogen herunter, Menschen wurden verletzt, Bäume sind umgeknickt.

16:09 Uhr: Einer unserer Leser hat den Sturm von seinem Fenster aus dokumentiert. "Ist auch nicht ungefährlich", schrieb Thomas W.

16:01 Uhr: Im Gettorfer Schulwald mitten im Ortszentrum sind sieben Bäume umgestürzt. Drei der Bäume fielen auf das in dem Wäldchen stehende Vereinsheim des Gettorfer Turnvereins (GTV). Wie Geschäftsführer Thomas Glüsing berichtete wurde niemand verletzt.

15:52 Uhr: Feuerwehr und THW sind seit zwei Stunden im Kreis Rendsburg-Eckernförde im Dauereinsatz. Bäume sind umgestürzt, Dächer abgedeckt. Hinzu kommen kleine Feuer. Zurzeit werden ca. 20-25 Einsätze parallel abgearbeitet.

15:51 Uhr: Eine Trauergesellschaft sitzt auf einem Boot fest. Nach der Seebestattung eines Angehörigen können sie nun jetzt nicht mehr in den Hafen einfahren.

Rader Hochbrücke für Verkehr gesperrt

15.42 Uhr: Die Rader Hochbrücke ist komplett gesperrt. Das gab es noch nie in der Geschichte der Rader Hochbrücke.

15:32 Uhr: Die Polizei in Schleswig-Holstein arbeitet am Limit. Vorrangig werden Einsätze abgearbeitet, bei den Menschen verletzt wurden oder besonders hohe Sachschäden eingetreten sind. Alle übrigen Einsätze werden später bearbeitet. Damit kann es zu Verzögerungen von mehreren Stunden kommen.

15:31 Uhr: Bei Aco in Büdelsdorf sind zwei über 30 Meter große Bäume umgeknickt. Die Mitarbeiter dürfen das Gebäude nicht mehr verlassen.

15.28 Uhr: In Kiel ist die Feuerwehr mit 250 Einsatzkräften rund 150 Mal ausgerückt. Es sind vor allem Bäume auf Autos und Straßen gestürzt. An der Uferstraße ist eine Person unter einem Baum eingeklemmt. Ganz viele Brandmeldeanlagen von Unternehmen spielen verrückt.

14.30 Uhr: Der komplette Regionalverkehr der Deutschen Bahn in Schleswig-Holstein wurde um 14.30 Uhr eingestellt. Es sei noch völlig offen, wann der Zugverkehr wieder aufgenommen werden könne, teilte die Deutsche Bahn mit.

Der erste schwere Herbststurm hat auch die Fährpläne und den Verkehr im Norden durcheinandergebracht und für Ausfälle gesorgt. Der Autoreisezug SyltShuttle der Deutschen Bahn stellte am Montagvormittag seinen Betrieb zwischen Niebüll und Westerland komplett ein. Vier Abfahrten der Syltfähre zwischen List auf Sylt und Havneby auf der dänischen Insel Rømø wurden ebenfalls gestrichen, wie die Betreiberin, die Flenburger Förde Reederei Seetouristik, mitteilte. Betroffen waren die Passagen in der Zeit von 12.25 Uhr bis 15.25 Uhr. Am späten Montagnachmittag sollte der Betrieb nach Möglichkeit wieder aufgenommen werden.

Auch bei der Wyker Dampfschiffs-Reederei (W.D.R.) auf der Insel Föhr sollte es am Nachmittag Ausfälle geben. Betroffen war nach Angaben des Unternehmens die Hallig-Linie zwischen dem Festlandhafen Schlüttsiel und den Halligen Hooge und Langeneß. Als erste sollte die Fähre ab Langeneß um 15.15 Uhr im Hafen bleiben. Föhr und Amrum sollten aber weiter angefahren werden.

Bereits am Morgen war Helgoland vom Festland abgeschnitten. Die Reederei Cassen Eils teilte mit, dass die Verbindung zwischen der Hochseeinsel und Cuxhaven (Niedersachsen) bis Dienstag eingestellt sei. Die Elbfähre Glückstadt-Wischhafen dagegen führte ihren Betrieb unverändert fort.

Schulkinder im Kreis Nordfriesland konnten sich über „sturmfrei“ freuen: Der Kreis forderte die Schulen am Mittag dazu auf, sämtliche Schüler so schnell wie möglich nach Hause zu schicken. Auch berufliche und Förderschulen waren betroffen. Auf der Hallig Hooge erwartete Bürgermeister Matthias Piepgras für den Abend „ein richtig sattes Land unter“. Auf der sogenannten „Königin der Halligen“ sind auch um diese Jahreszeit noch Touristen. „Die freuen sich, so ein Naturschauspiel auch erleben zu können.“ Der Bürgermeister dagegen lässt es ruhiger angehen: „Für mich ist das klar, dass ich eher dann Schreibtischarbeit machen werde.“

Der Deutsche Wetterdienst warnte vor Orkanböen, die auf den Nordfriesischen Inseln bis zu 140 Stundenkilometern erreichen könnten. Von der holsteinischen Ostsee bis nach Westniedersachsen musste demnach mit orkanartigen Böen mit einer Windgeschwindigkeit um 110 Stundenkilometer gerechnet werden. Der Höhepunkt des Sturms wurde in den frühen Nachmittagsstunden erwartet. Das Abend- beziehungsweise Nacht-Hochwasser im Elbegebiet sowie an der nordfriesischen Küste sollte am Montag laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie 1,5 bis 2 Meter höher als das mittlere Hochwasser eintreten.

Die Nacht zu Montag ist in Schleswig-Holstein ansonsten sehr ruhig verlaufen. Nach Angaben von Polizei und Feuerwehr gab es kaum wetterbedingte Einsätze. Lediglich in Kiel knickten drei Bäume um, verletzt wurde aber niemand, wie ein Sprecher des Lagedienstes sagte.