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Hamburg Lübeck setzt Zeichen gegen Neonazis
Nachrichten Hamburg Lübeck setzt Zeichen gegen Neonazis
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18:40 31.03.2012
Mit Transparenten und Plakaten, worauf zu lesen ist "Faschismus ist keine Meinung - Faschismus ist ein Verbrechen", protestieren Bürger und Organisationen gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremisten in Lübeck. Quelle: Foto dpa
Lübeck

In der Nähe des Kundgebungsortes der Rechtsextremisten machten sich die Gegendemonstranten mit Sirenengeheul bemerkbar. Von den Neonazis kamen nach Angaben von Beobachtern statt der angekündigten 300 nur etwa 100 nach Lübeck.

Mit ihrem Aufmarsch wollten sie an die Bombardierung Lübecks durch die britische Luftwaffe am 29. März 1942 erinnern. Das schleswig-holsteinische Oberverwaltungsgericht hatte ein von der Hansestadt Lübeck ausgesprochenes Verbot dieses Aufmarsches am Donnerstag als nicht verfassungskonform gekippt. Unterdessen wurde bekannt, dass Rechtsextremisten auch in Plön eine Kundgebung für den Nachmittag angemeldet haben. Am Morgen hatten in verschiedenen Lübecker Kirchen Gedenk- und Mahngottesdienste stattgefunden.

Unter den Demonstranten waren zahlreiche Landes- und Bundespolitiker, darunter auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und Innenminister Klaus Schlie (beide CDU). Schlie hatte Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) mehrfach aufgefordert, die Neonazidemonstration zu verbieten. Carstensen sagte der dpa am Rande der Kundgebung: „Es ist Zeit, ein Zeichen zu setzen, dass es so mit den Nazis nicht weitergehen kann. Auch meine Landesregierung muss ein solches Zeichen setzen.“

Am Freitag hatte Carstensen nach den Worten von Regierungssprecher Knut Peters bedauert, dass ihm die Veranstalter der Demo gegen die Neonazis kein Rederecht einräumen wollten. Christoph Kleine vom Lübecker Bündnis „Wir können sie stoppen“, das zu der Demonstration aufgerufen hatte, sagte zur Begründung, es erhielten grundsätzlich nur Vertreter von Organisationen Redezeit, die kontinuierlich im Bündnis mitarbeiteten.