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Hamburg Mörder-Jagd am Kalkberg
Nachrichten Hamburg Mörder-Jagd am Kalkberg
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10:40 24.06.2012
Stuntmen spielen am Samstag (23.06.2012) bei den 61. Karl-May-Spielen in Bad Segeberg eine Szene aus «Winnetou II». Quelle: dpa
Bad Segeberg

In dem Augenblick, als der Häuptling der Comanchen, Weißer Biber, den Bösewicht Santer umbringen will, geht ein Raunen durch die Reihen der 7500 Zuschauer im Freilichttheater: Die unverwechselbare Melodie erklingt und hinter dem Felsen erscheint Winnetou auf seinem Rappen „Iltschi“. „Winnetou ist kein Freund der Comanchen“, ruft der Apachen-Häuptling und rettet damit dem Mörder seines Vaters und seiner Schwester das Leben. „Das ist Winnetou - edel und gut“, antwortet Santer und stürmischer Applaus brandet auf: Die 61. Karl-May-Spiele in Bad Segeberg sind eröffnet.

Karl-May-Festspiele

Als edler Apachenhäuptling reitet zum sechsten Mal Publikumsliebling Erol Sander (43), vielen Fernsehzuschauern bekannt aus der ARD-Krimireihe „Mordkommission Istanbul“, über die Freilichtbühne am Kalkberg. Begleitet von seinem Freund Old Shatterhand (Joshy Peters) will er selbst Santer (Timothy Peach) aufspüren. Die Suche führt die beiden Blutsbrüder diesmal nach New Orleans, mitten ins Herz der amerikanischen Südstaaten und nach Mexiko zu einer verborgenen Goldmine. Das „Winnetou II“-Abenteuer mit packenden Zweikämpfen und spektakulären Stunts (Regie: Norbert Schultze jr.) kam beim Premierenpublikum am Samstagabend gut an, darunter auch Filmregisseur Dieter Wedel und die Schauspielschwestern Anja und Gerit Kling mit ihren Kindern.

Als Gaststars dieses Jahr dabei: Dunja Rajter als Voodoo-Priesterin Marie Laveau und der frühere Viva-Moderator Mola Adebisi als dunkelhäutiger Barbesitzer Massa Bob. Zusammen mit Doktor Traugott Murksheimer aus Sachsen (Frank Roder) sorgt er mit flotten Sprüchen für die heiteren Momente der Show. „In Bobs Saloon gibt es den besten Brandy der Stadt, der einzige Brandy, der völlig legal schwarz gebrannt wurde“ und hellseherisch prophezeit er: „Eines Tages wird einer von uns Präsident der Vereinigten Staaten.“ Neben Mörderjagd und Indianerkämpfen geht es auch um die verbotene Liebe zwischen der dunkelhäutigen Schönheit Milly (Miriam Busch) und dem blonden, naiven William (Manuel Klein). Doch bis zum Happy End müssen alle Akteure etliche Abenteuer bestehen.

Insgesamt 80 Mitwirkende sorgen für die unterhaltsame Bühnenshow: Schauspieler, Komparsen, Tänzer und Stuntleute für die Kampfszenen. Eine besondere Attraktion ist Winnetous fliegender Begleiter: „Ko-inta, das Feuerauge“. Wenn der afrikanische Schreiseeadler mit einer Flügelspannweite von zwei Metern dicht über die Köpfe der Zuschauer segelt, halten alle die Luft an. Die beiden Falken Noah und Ben beweisen, dass sie bis zu 180 Stundenkilometer erreichen können, Eule Shadow steht der Voodoo-Priesterin zu Seite. Die größten Stars sind aber wie jedes Jahr die 25 Pferde, die zwischen den Zuschauern galoppieren, steile Hügel erklimmen und trotz Schießerei und Feuerwerk nicht durchdrehen.

Gespielt wird „Winnetou II“ bis zum 2. September donnerstags bis sonntags. Im vergangenen Jahr besuchten mehr als 300 000 Zuschauer die Aufführungen des Klassikers „Der Ölprinz“ am Kalkberg. In diesem Jahr erwarten die Karl-May-Spiele den zehnmillionsten Zuschauer.

Informationen Karl-May-Spiele: http://dpaq.de/24ic9