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Hamburg SPD wird 2020 wieder stärkste Kraft
Nachrichten Hamburg SPD wird 2020 wieder stärkste Kraft
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08:01 27.03.2018
Foto: Melanie Leonhard (SPD) ist die neue Hamburger SPD-Landesvorsitzende.
Melanie Leonhard (SPD) ist die neue Hamburger SPD-Landesvorsitzende. Quelle: Axel Heimken
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Hamburg

Die Hamburger SPD wird nach Überzeugung der neuen Landesvorsitzenden Melanie Leonhard bei der Bürgerschaftswahl 2020 wieder einen klaren Sieg schaffen. „Wir haben viel zu bieten und damit wird es uns auch gelingen, wieder breite Kreise der Hamburger Bevölkerung zu erreichen und davon zu überzeugen, dass wir die Antworten auf die Fragen haben, die sie jeden Tag bewegen“, sagte die 40-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Eine Umfrage hatte die SPD, die 2011 in der Hansestadt noch die absolute Mehrheit erreichte, zuletzt nur noch bei 28 Prozent gesehen.

Die Bundes-SPD hatte bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr ein 20,5-Prozent-Debakel eingefahren, deshalb sind immer wieder Rufe nach echter Erneuerung zu hören. „Erneuerung um der Erneuerung willen ist Quatsch“, betonte Leonhard. „Die SPD in Hamburg ist gut aufgestellt. Wir haben 12 000 Mitglieder, viele sehr aktiv. Unsere Aufgabe muss sein, das ganze Engagement und Potenzial gut zusammenzubinden.“ Es helfe nicht, lediglich ideologisch aufgeladene Debatten zu den großen Themen Gleichstellung, Wohnungsbau, Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder Wirtschaftskraft zu führen, wenn konkretes Regierungshandeln das im echten Leben nicht konkret für jeden Einzelnen einlöse. „Das muss zusammenkommen - so verstehe ich Erneuerung.“

Leonhard bleibt Sozialsenatorin

Ein Sonderparteitag hatte Leonhard am Sonnabend mit einem sehr guten Ergebnis zur neuen Landeschefin gewählt. Sie ist Nachfolgerin von Olaf Scholz, der als Bürgermeister und Landesvorsitzender zurückgetreten war, um in Berlin in der großen Koalition Bundesfinanzminister und Vizekanzler zu werden. Leonhard ist seit 2015 Sozialsenatorin und bleibt das auch. „Ich werde Sozialsenatorin im Hauptberuf sein und mir einige Stunden in der Woche reservieren für den Landesvorsitz“, erklärte sie. Bei jeder Frage werde sie sehr stark darauf achten müssen, beides voneinander abzugrenzen.

Leonhard hat bei ihrer politischen Arbeit vor allem ein Ziel: „Es geht darum aufzuzeigen, dass egal aus welchem Stadtteil man in Hamburg kommt, man eine gute Zukunft hat“, sagte sie. Die promovierte Historikerin ist selbst in Hamburg-Wilhelmsburg aufgewachsen. Seit 20 Jahren ist sie SPD-Mitglied, davon inzwischen 15 Jahre in Mandats- und Führungspositionen.

Wer wird Fraktionschef in Hamburg?

Scholz hatte jahrelang das Bürgermeisteramt und den Parteivorsitz inne - das wird nun getrennt. Der bisherige Finanzsenator Peter Tschentscher soll am Mittwoch zum neuen Bürgermeister gewählt werden, die Unterstützung des grünen Koalitionspartners ist ihm sicher.

In Kürze wird sich zudem entscheiden, wer neuer SPD-Fraktionschef wird. „Dann sind wir ein Dreier-Team“, erklärte Leonhard. Der Vorteil: „Wir sind unterschiedlichen Alters, haben unterschiedliche Lebenshintergründe, wohnten an unterschiedlichen Orten in der Stadt“, berichtete die Parteichefin. Das werde man an vielen Stellen merken. „Wir machen nicht Scholz 2.0, das können wir gar nicht, wir sind ganz andere Menschen.“

Von dpa