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Hamburg Polizeiboote mögen kein Eis
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00:16 01.02.2013
Von Frank Behling
Vier auf einen Streich. Die Boote werden von der Schiffswerft Laboe gleichzeitig gewartet und auf die Sommersaison vorbereitet. Quelle: FB
Laboe

Mit den ersten Vorboten des Winters holte die Wasserschutzpolizei die vier Boote „Duburg“, „Stör“, „Neumühlen“ und „Brunswik“ aus dem Wasser und ließ sie bei der Laboer Schiffswerft aufbocken. „Da bleiben die Boote aber nur so lange, bis die Gefahr der Vereisung der Gewässer verlässlich vorbei ist“, sagt ein Sprecher des Landespolizeiamtes in Kiel.

Die unzureichende Wintereignung der neuen Boote hatte sich auch schon in den Vorjahren mehrfach gezeigt. Dieses Problem war von der Polizei bei der Beschaffung aber einkalkuliert worden. Bei der Anschaffung der neuen Streifenboote des finnischen Typs „Minor 34“ waren Faktoren wie hohe Geschwindigkeit und geringerer Treibstoffverbrauch wichtig. Da rein statistisch die Gefahr der Vereisung durch das Fortschreiten des Klimawandels zurückgeht, wurde der Verwendung von Kunststoffrümpfen zugestimmt.

Kommt es wie Mitte Januar zu einer Eisbildung auf den Gewässern, sind Einsatzfahrten mit den „Minor 34“-Booten kein Vergnügen. Sie sind nicht so robust wie die älteren Boote.

Als Anfang Januar die Meteorologen eine Frostperiode ankündigten, ließ die Polizei die Boote von der Elbe, der Flensburger Förde und aus Kiel nach Laboe bringen, wo das Quartett im Winterlager jetzt zwischen Segeljachten und Motorbooten auf ein Ende der Eiszeit wartet.

Eine Sicherheitslücke gebe es trotz des saisonalen Ausfalls der Boote auf der vielbefahrenen Kieler Förde nicht, heißt es bei der Polizei. Grund: Aus Rendsburg ist das 29 Jahre alte Streifenboot „Vossbrook“ nach Kiel geholt worden.

Dieses Boot ist das letzte Streifenboot mit einem Stahlrumpf, der bei Eisbildung nicht ganz so gefährdet ist. Die 1984 in Schleswig gebaute „Vossbrook“ hat inzwischen die letzten Wochen ihrer Dienstzeit vor sich. Im April soll aus Finnland eine neue „Vossbrook“ in Kiel eintreffen. Damit dieses Boot bei leichter Eisbildung einsetzbar ist, hat es einen Rumpf aus Aluminium bekommen. Die Überführung beginnt, wenn in Finnland das Eis taut.