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Hamburg Russland schickt Atom-Eisbrecher
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09:17 06.02.2014
Von Frank Behling
Die „50 Let Pobedy“ passierte am Mittwochabend die Insel Fehmarn auf dem Weg nach St. Petersburg. Quelle: FB
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Kiel

Die warmen Temperaturen der vergangenen Tagen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Winter noch ein paar Wochen vor sich hat. Im Ostseeraum ist der Frost in diesem Jahr jedoch später als sonst dran. Die Vereisung der Ostsee hat auch im Norden und Osten erst mit Verspätung eingesetzt. Inzwischen behindert das Eis die Schifffahrt vor Finnlands und Russlands Häfen erheblich.

Das 2007 in Dienst gestellte Spezialschiff „50 Let Pobedy“ ist 160 Meter lang und verdrängt laut Flottenhandbücher etwa 25000 Tonnen. Das zur Flotte der russischen Reederei Rosatomflot aus Murmansk gehördende Schiff ist der modernste und größte Eisbrecher Russlands. Die beiden Reaktoren vom Typ OK-900 liefern die Energie für den Antrieb von zwei Dampfturbinen für die Propeller. Die Gesamtleitung der Maschinenanlage soll bis zu 75000 PS betragen. 

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Die „50 Let Pobedy“ kann Eis mit einer Dicke von bis zu drei Metern durchfahren. Dank des Atomantriebs kann das Schiff mehrere Monate im Eis operieren. In der Ostsee soll der  Eisbrecher  voraussichtlich bis Ende März im Einsatz bleiben und überwiegend Öltanker eskortieren. 

Der Einsatz ist abhängig von der Eislage. Die russische Seefahrtsverwaltung hatte in den vergangenen Wintern bereits hin und wieder  Eisbrecher zur Unterstützung für die Ölverladehäfen Primorsk, Ust-Luga und Vystotsk angefordert.  2013 war mit der „Rossiya“ der älteste russische Atomeisbrecher  vor St. Petersburg  im Einsatz. Diese Verlegungen der großen Eisbrecher erfolgten in den vergangenen Jahren jedoch meist im Januar. In diesem Jahr ist der Winter aber verspätet.

Während der Passage der deutschen Hoheitsgewässer werden die Atomeisbrecher vom Bundesamt für Strahlenschutz überwacht. Für diesen Zweck steht in Fuhlendorf bei Bad Bramstedt ein mit spezieller Messtechnik ausgerüsteter Hubschrauber der Bundespolizei bereit. Zwischenfälle oder erhöhte Strahlungswerte wurden dabei aber offiziell nie gemessen.