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Hamburg Digitalfunk: Polizei kämpft mit Technik
Nachrichten Hamburg Digitalfunk: Polizei kämpft mit Technik
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01:06 08.12.2014
Von Bastian Modrow
56 Millionen Euro kostet das Digitalfunk-System. Die Probleme mit der neuen Technik reißen bei der Landespolizei nicht ab. Quelle: Pregla
Kiel

Die Opposition im Landtag spricht von einem „Armutszeugnis für die Landesregierung“. Ursprünglich sollte der 13 Seiten starke Bericht zum Digitalfunk kommende Woche im Landtag diskutiert werden, ist nun aber kurzfristig auf die Januar-Sitzung verschoben worden. An den Problemen ändert dies nichts: Zwar nutzt die Landespolizei seit Ende 2013 die Technik, trotzdem befindet sich der Norden noch „in der Aufbauphase“. Der Echtbetrieb beginne erst, „wenn wesentliche Maßnahmen der Feinjustierung und Optimierung abgeschlossen sind“, so das federführende Innenministerium.

 Obwohl die zuständige Abteilung des Landespolizeiamtes um acht auf 24 Mitarbeiter aufgestockt worden ist, räumt das Land ein, dass noch immer die Antennen von 16 Basisstationen falsch beschaltet und die Funkversorgung eingeschränkt sei. Mitunter sei die Sprachqualität aufgrund von Übertragungsstörungen „unzureichend“. Bis Mai 2015 soll nun Abhilfe geschaffen werden. Zusätzliche Probleme bereiten die Hör- und Sprechgarnituren für die Handfunkgeräte der Polizei. „Diese Geräte mit externem Mikrofon funktionieren bei Regen nur eingeschränkt“, heißt es im Bericht. Schlimmstenfalls müssen 3432 Headsets ausgetauscht werden.

 „Der Digitalfunk ist für Schleswig-Holstein das, was der Flughafen BER für Berlin und Brandenburg ist“, kritisiert Wolfgang Kubicki. Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion spricht von einem Armutszeugnis. „Nachdem die Einführung des Digitalfunks ursprünglich 2006 geplant war, müssen wir jetzt befürchten, bald das zehnjährige Jubiläum des Scheiterns begehen zu müssen“, so Kubicki. CDU-Innenexperte Axel Bernstein sagt: „Unsere Polizei muss alle Möglichkeiten des Digitalfunks ohne Einschränkungen nutzen können.“ Am Ende gehe es um Menschenleben.

 Das Innenministerium zeigt sich von Kritik unbeeindruckt. „Die Nutzbarkeit des Netzes im Polizeialltag hat sich unabhängig von den notwendigen Nachbesserungen während des vergangenen Jahres bewährt“, so ein Sprecher. Um die komplexe Fortentwicklung voranzutreiben, gelte aber das Motto „Sorgfalt vor Eile“.

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