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Hamburg Feuerwehr warnt vor Sturm "Xaver"
Nachrichten Hamburg Feuerwehr warnt vor Sturm "Xaver"
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12:38 04.12.2013
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Orkantief "Xaver" soll am Donnerstag auf Schleswig-Holstein treffen. Quelle: pae/Archiv
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Kiel

Die Vorbereitungen auf das angekündigte Orkantief „Xaver“ im Norden sind mit Hochdruck angelaufen. Verkehrsbetriebe stellen ihre Einsatzpläne neu auf, Fähren werden ihren Betrieb teilweise einstellen. Im Landkreis Leer fällt am Donnerstag die Schule aus. Besonders die prognostizierte lange Dauer des Tiefs dürfte die Einsatzkräfte vor Herausforderungen stellen.

Norddeutschland muss sich in den kommenden beiden Tagen gleich auf eine Folge von schweren Sturmfluten einstellen. „Es können drei hintereinander sein“, hieß es am Mittwoch beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg.

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Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wird der Orkan voraussichtlich in Schleswig-Holstein am stärksten wüten. Aber auch die Hansestadt Hamburg bereitet sich auf die Unwetterfront vor. Die Erinnerungen an den Oktober-Orkan „Christian“ mit umgestürzten Bäumen, abgedeckten Dächern und abgetragenen Sandstränden im Norden sind überall noch frisch im Gedächtnis.

Aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse wird die Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel (SFK) am Donnerstag (5.12.2013) sowie am Freitag (6.12.2013) ihren ÖPNV auf der Förde aus Sicherheitsgründen einstellen.

Die rund 1400 Freiwilligen Feuerwehr und vier Berufsfeuerwehren in Schleswig-Holstein sind vorbereitet auf "Xaver", der nach ersten Schätzungen mit bis zu 200 km/h auf das Land treffen soll. Dieses Unwetter wird das durchweg ehrenamtliche System der Feuerwehren erneut stark fordern. "Wir bitten daher alle Arbeitgeber um Verständnis, wenn eh-renamtliche Feuerwehrangehörige durch das erhöhte Einsatzaufkommen nicht ih-rer regulären Tätigkeit nachgehen können", appelliert Landesbrandmeister Detlef Radtke, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes Schleswig-Holstein.

Der Verband warnt davor, während des Orkans das Haus zu verlassen. Autofahrten sollten vermieden werden, ist dies nicht möglich, sollte die Fahrgeschwindigkeit angepasst werden. Auf Brücken oder vor und nach Tunneln kann es zu Fahrbahnglätte kommen.

Am Donnerstagnachmittag sei an der Nordseeküste mit Böen der Stärke 12 zu rechnen und im Binnenland mit Stärke 11, sagte der DWD-Meteorologe Rüdiger Hartig am Mittwoch. In der Nacht zum Freitag werde es so weitergehen. Die lange Dauer über eineinhalb Tage sei das Besondere an dem Tief, das von Island über Skandinavien kommen wird. An der Nordsee sind nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes extrem starke Böen von mehr als 140 Kilometern je Stunde möglich.

Die höchste der Sturmfluten wird nach bisheriger BSH-Einschätzung in der Nacht zum Freitag — nach Mitternacht — in Ostfriesland und an der Nordseeinsel Borkum erwartet. Später soll der Scheitel dann die Elbmündung bei Cuxhaven und parallel dazu Nordfriesland erreichen. In Hamburg und Bremen soll die Sturmflut Freitagfrüh ankommen. Die Prognose könne sich aber noch um bis zu sechs Stunden verschieben. Beim Hochwasser in der Nacht von Donnerstag auf Freitag werde ein Stand zwischen 2,25 und 3 Meter über normal erwartet, wie der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mitteilte.

Wegen der Orkanwarnungen kündigten die Fährbetriebe zu den nordfriesischen Inseln sowie den Halligen im Wattenmeer mögliche Behinderungen und Ausfälle an. Der Sylt Shuttle“ der Bahn schränkt sein Angebot wegen der Sturmwarnungen ebenfalls ein. Der Fährbetrieb zur Insel Juist wird wegen der Sturmflut- und Orkanwarnung am Donnerstag und Freitag eingestellt. Das teilte die AG Norden-Frisia mit. Auch die Insel Norderney wird nur noch am Donnerstagmorgen angelaufen.

In Hamburg werden am Donnerstag alle U-Bahn-Strecken sowie Buslinien verstärkt, wie die Hochbahn mitteilte. Außerdem soll mehr Servicepersonal eingesetzt werden. Vier „Baumtrupps“ zur Unterstützung der Einsatzkräfte seien abrufbereit, sollten wie beim Orkan „Christian“ im Oktober umgestürzte Bäume den Verkehr behindern. Die Hochbahn will über die aktuelle Situation auf der Schiene im Internet (Facebook) sowie über den Twitterdienst (#xaver) informieren.

In Mecklenburg-Vorpommern warnte der Deutsche Wetterdienst die Betreiber von Weihnachtsmärkten. Spätestens am Donnerstagnachmittag müsse vor allem in Küstennähe mit Windstärke 12 gerechnet werden. Bis dahin sollten die Buden und Stände gesichert sein.