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Hamburg Zweimal hochbelasteten Honig gefunden
Nachrichten Hamburg Zweimal hochbelasteten Honig gefunden
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17:44 26.11.2014
Von Heike Stüben
Das Umweltministerium Schleswig-Holstein hat bei Honig -Untersuchung bei zwei von 86 Proben unzulässig hohe Rückstände von Pyrrolizidinalkaloide (PA) gefunden. Quelle: Sonja Paar/ Archiv
Kiel

Untersucht wurde ausschließlich Honig aus der Sommertracht 2014. Dieser macht zwar nur ein Viertel des schleswig-holsteinischen Honigs aus. Bei ihm besteht aber ein Belastungsrisiko, weil ihn die Bienen sammeln, wenn das Jakobskreuzkraut blüht. Die Proben stammen sowohl von Imkern,  die beim Projekt „Greening für Bienen“ mitmachen, als auch von Imkern, die wegen der Vorkommen des Jakobskreuzkrautes um ihre Honigqualität besorgt sind.

 Die Untersuchungen ergaben im Einzelnen: In 40 Fällen (46,5 Prozent der Proben) wurden keine Pyrrolizidinalkaloide nachgewiesen. Weitere 44 Proben wiesen Gehalte von deutlich weniger als 100 Mikrokramm (μg) PA pro Kilogramm Honig auf. In zwei Fällen, also in zwei Prozent aller Proben, wurden  jedoch Werte von 472 Mikrogramm beziehungsweise 251 Mikrogramm pro Kilogramm Honig festgestellt.

Diese Werte liegen deutlich über dem Maximalgehalt, den das Institut für Risikobewertung empfiehlt. Danach sollte täglich maximal  0,007 Mikrogramm/Kilogramm Körpergewicht PA aufgenommen werden. Bei einem Erwachsenen von 60 Kilogramm wären das 0,42 µg PA. Pro Kilogramm Honig wären das  maximal 140 µg PA, bei leichteren Menschen entsprechend weniger.

Der Honig mit den auffällig hohen Giftkonzentrationen stammt aus Bienenstöcken, die in direkter Nachbarschaft mit Jakobskrautbeständen aufgestellt waren. Die gesamten Honigpartien sind nach Mitteilung des Umweltministeriums nicht in den Verkehr gelangt. Die Imker hätten auf die Vermarktung verzichtet.

Insgesamt sei aber festzustellen, dass bei erheblichem Vorkommen von Jakobskreuzkraut die PA-Gehalte im Honig signifikant höher liegen. Schleswig-Holstein hat als erstes Land eine so umfängliche Untersuchung angestrengt. Darüber hinaus wird im Rahmen des bundesweiten Lebensmittelmonitorings 2014 der PA-Gehalt  in Honig analysiert. Schleswig-Holstein beteiligt sich daran. Die schleswig-holsteinischen Ergebnisse für diese Untersuchungen liegen noch nicht abschließend vor.

Für den schleswig-holsteinischen Umweltminister Robert Habeck (Grüne) zeigen die bisherigen Analyseergebnisse, „ dass beim verantwortlichen Umgang der Imkerinnen und Imker in Schleswig-Holstein keine Gefahr vom Honigverzehr ausgeht. Die Bienenstöcke sollten jedoch nicht neben starken Kreuzkrautbeständen stehen. Habeck fühlt sich darin bestätigt, die weitere Ausbreitung des Jakobskreuzkrautes möglichst zu behindern. Je nach örtlicher Situation könne dies auch bedeuten, Kreuzkrautbestände zu mähen oder zu mulchen.

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