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Hamburg 2. Bauabschnitt wird eingeweiht
Nachrichten Hamburg 2. Bauabschnitt wird eingeweiht
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09:03 19.03.2015
Von Deutsche Presse-Agentur dpa
Im Wildpark Eekholt (Kreis Segeberg) wird am Donnerstag der zweite Bauabschnitt der „Wolfsmeile“ offiziell eingeweiht. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Eekholt

Im Wildpark Eekholt (Kreis Segeberg) wird am Donnerstag der zweite Bauabschnitt der „Wolfsmeile“ offiziell eingeweiht. „Hier wollen wir demonstrieren, wie Wölfe und Menschen möglichst konfliktfrei zusammen leben können und auch wie Nutztierhalter sich auf Begegnungen mit dem Wolf einstellen können“, sagte der Leiter des Wolfsinformationszentrums Schleswig-Holstein, Wolf-Gunthram von Schenck. Das Informationszentrum im Wildtierpark Eekholt will mit Informationen die Diskussionen um die Wiedereinbürgerung des Wolfs versachlichen. Dafür wird im sogenannten Wolfs-Info-Haus unter anderem über die Sinnesleistungen des Wolfs sowie über die Kommunikation der Tiere untereinander informiert.

Von Schenck hält den Angriff eines Wolfs auf einen Menschen für praktisch ausgeschlossen. „Die Gefahr, von einem Wildschwein attackiert zu werden, ist erheblich größer“, sagte er. Es gebe aus den vergangenen 50 Jahren keine Belege, dass sich Wölfe aggressiv gegen Menschen verhalten haben. Im Gegenteil: In vielen südlichen Ländern Europas funktioniere das Zusammenleben von Wolf, Mensch und Nutztieren seit Jahrhunderten, sagte von Schenck: „In Italien zum Beispiel leben rund 200 Wölfe: Trotzdem macht sich kein Mensch Gedanken, ob er dort seinen Urlaub verbringen kann.“

„Man muss keine Sorge haben, dass es in Deutschland plötzlich Wölfe gibt, die sich vollkommen anders verhalten“, ergänzte von Schenck. Einen Wolf bekomme man in der Regel nur in großer Entfernung zu Gesicht. Eine Begegnung in der Nähe sei extrem selten. In solchem Fall müsse man „wie bei jedem Tier darauf achten, es nicht in die Enge zu treiben.“

Wölfe zählen in der Europäischen Union (EU) zu den streng geschützten Tieren. In Deutschland wächst die Zahl frei lebender Wölfe. Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin (IZW) schätzt, dass es aktuell 31 Rudel beziehungsweise Paare in fünf Bundesländern gibt mit insgesamt mindestens 150 erwachsenen Tiere: Die meisten seien in Sachsen und Brandenburg angesiedelt, sagte Tierpathologin Claudia Szentiks.

In Schleswig-Holstein sind nach Angaben des Wolfsinformationszentrums seit der ersten Sichtung eines Wolfs am 23.4.2007 bei Süsel (Totfund) bislang 17 Tiere beziehungsweise ihre Spuren entdeckt worden: Zuletzt ein Totfund am 10. März 2015 in Bordesholm.