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Hamburg Warum wurde auf den Hells Angel geschossen?
Nachrichten Hamburg Warum wurde auf den Hells Angel geschossen?
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17:51 22.02.2019
In Hamburg-St. Pauli ist im August 2018 ein Mann angeschossen und schwer verletzt worden. Quelle: Mücahid Güler/dpa
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Hamburg

Sechs Monate nach den Schüssen auf einen Hamburger Hells Angel am Millerntorplatz beginnt der Prozess gegen zwei Angeklagte. Die Staatsanwaltschaft wirft einer 24 Jahre alten Deutschen vor, Mittäterin bei einem versuchten Mord und schwerer Körperverletzung gewesen zu sein.

Ihr 28 Jahre alter Lebensgefährte soll Anstifter der Tat gewesen sein. Der deutsche Staatsbürger war nach Polizeiangaben Mitglied der inzwischen aufgelösten Mongols, einer mit den Hells Angels verfeindeten Rockergruppierung. Zur Tatzeit saß der Angeklagte im Gefängnis.

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Die Frau soll am Abend des 26. August 2018 dem Hells Angel mit dem Auto gefolgt sein. Als der Rocker mit seinem weißen Bentley an einer roten Ampel auf St. Pauli hielt, soll sie neben ihm gehalten haben. Ein unbekannter Mittäter habe dann gegen 23.53 Uhr aus dem Fenster der Beifahrertür fünfmal auf den Hells Angel geschossen. Der 38-Jährige wurde lebensgefährlich verletzt und ist seitdem querschnittsgelähmt.

Angeklagte waren selbst Opfer eines Tötungsdelikts

Die Angeklagten waren im Juni 2016 selbst Opfer eines versuchten Tötungsdelikts geworden. Ein Unbekannter hatte auf das Paar in einem Haus im Stadtteil Schnelsen geschossen und beide schwer verletzt, die Frau sogar lebensgefährlich. Diese Tat ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft bis heute nicht aufgeklärt worden. Die Angeklagten hätten jedoch den Hells Angel verantwortlich gemacht und sich rächen wollen. Außerdem sei es ihnen darum gegangen, die durch den Überfall beeinträchtigte Ehre des 28-Jährigen wiederherzustellen.

Die Große Strafkammer am Landgericht hat 18 Verhandlungstermine bis zum 28. Mai angesetzt. Der angeschossene Rocker tritt nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht als Nebenkläger auf. Es ist allerdings sehr wahrscheinlich, dass das Gericht ihn als Zeugen hören wird. Die Hells Angels sind in Hamburg seit 1983 verboten. Die Hamburger Mongols gelten seit Anfang 2016 als aufgelöst.

Info zum Prozess in Hamburg

Der Prozess soll am 27.2.2019 um 9.15 Uhr im Strafjustizgebäude (Sievekingplatz 3, 20355 Hamburg), Saal 237, beginnen. Az. 602 Ks 13/18

Von dpa

22.02.2019
21.02.2019