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Hamburg Sechs Monate Masern-Impfpflicht in Hamburg: Sozialbehörde zieht positive Bilanz
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Sechs Monate Masern-Impfpflicht in Hamburg: Sozialbehörde zieht positive Bilanz

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07:35 29.08.2020
Ein halbes Jahr nach Einführung der Masern-Impfpflicht in Deutschland hat die Hamburger Sozialbehörde eine erste positive Bilanz gezogen. Quelle: Friso Gentsch/dpa
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Hamburg

Ein halbes Jahr nach Einführung der Masern-Impfpflicht in Deutschland hat die Hamburger Sozialbehörde eine erste positive Bilanz gezogen. Die Impfpflicht werde im Wesentlichen gut angenommen, sagte Behördensprecher Martin Helfrich der Deutschen Presse-Agentur. „Viele begrüßen die eingeführte Pflicht sehr, weil sie Sicherheit für alle schafft.“ Zahlen liegen aber noch nicht vor. Bis Mitte August seien in diesem Jahr keine Erkrankungen in Hamburg registriert worden. Im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres hatte es 19 Fälle gegeben.

Seit 1. März müssen sich alle Mitarbeiter von Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern und Pflegeheimen gegen Masern impfen lassen. Auch Kinder ab einem Jahr in Betreuungseinrichtungen, Schüler und Asylbewerber in Gemeinschaftsunterkünften müssen immunisiert sein. Bei Verstößen droht Eltern von nicht geimpften Kindern und den zur Impfung verpflichteten Erwachsenen ein Bußgeld bis zu 2500 Euro. Eine Zwangsimpfung komme aber nicht in Betracht, stellte Helfrich klar.

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Bußgelder wurden noch nicht verhängt

Bislang seien noch keine Bußgelder verhängt worden, weil bis zum 31. Juli nächsten Jahres eine Übergangsfrist gilt. Bis dahin müssen die bereits vor Inkrafttreten des Gesetzes eingeschulten Kinder und beschäftigten Mitarbeiter die Immunisierung nachweisen. Neueinstellungen sind nur mit Impfnachweis möglich.

Eine Maserninfektion schwächt das Immunsystem und kann schwere Komplikationen wie Mittelohrentzündung, Bronchitis oder Lungenentzündung zur Folge haben. Bei etwa einem von 1000 Erkrankten kommt es nach Angaben der Behörde zu einer Gehirnentzündung. Die Impfquote lag in der Vergangenheit nach Angaben des Robert Koch-Instituts in allen Bundesländern bei mindestens 95 Prozent.

Von RND/dpa