Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Hamburg Spediteure beklagen Millionen-Ausfall
Nachrichten Hamburg Spediteure beklagen Millionen-Ausfall
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:44 02.07.2013
Von Bastian Modrow
Um lange Staus zu verhindern, gilt in den Ferien auch sonnabends ein Fahrverbot für Lastwagen. Das soll sich ändern. Quelle: dpa
Kiel/Neumünster

Seit 1956 gibt es in Deutschland neben dem Sonntags-Fahrverbot für Lastwagen auch eine Verordnung für die Sommerferienzeit. „Bei der Verordnung geht es darum, die Ferienreise-Verkehre zu entzerren“, sagt Meyer, Wirtschafts- und Verkehrsminister in Schleswig-Holstein. „Niemand hat etwas davon, wenn Spediteure und Urlauber im Stau stehen“, argumentiert der SPD-Politiker.

Für die Transportunternehmen hat dies schwerwiegende Konsequenzen. „Wir dürfen sonnabends zwischen 6 und 20 Uhr nicht fahren dürfen“, sagt Thomas Rackow. Der Landesgeschäftsführer des Unternehmerverbandes Logistik klagt über massive finanzielle Einbußen für die Speditionen im Norden. „Jeder Lastwagen kostet pro Tag 700 Euro. Angesichts von 2500 Lkw, die die Speditionen im Land haben, summiert sich der Ausfall an jedem Sonnabend auf 1,75 Millionen Euro“, rechnet Rackow vor.

Noch bis Ende August gilt die Ferienverordnung. Die Speditionen im Norden, aufgrund ihrer geografischen Randlage ohnehin benachteiligt, fordern jetzt eine wissenschaftliche Studie ein. Der Bund soll die Verkehrsströme untersuchen und die Freigabe zumindest einzelner Strecken während der Ferienzeit prüfen. „Besonders wichtig für uns sind die Nord-Süd-Routen, die Autobahnen 7 und 1“, sagt Rackow.

Meyer, zurzeit auch Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz der Länder, signalisiert Gesprächsbereitschaft: „Wenn wir über die Entzerrung der Sommerferien-Termine diskutieren, dann dürfte man auch über diese Regelung nochmal nachdenken – im Interesse der Spediteure.“