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Hamburg Max Bahr wird zerschlagen
Nachrichten Hamburg Max Bahr wird zerschlagen
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11:27 16.11.2013
Von Jan von Schmidt-Phiseldeck
Düstere Zeiten: Die Max-Bahr-Übernahme ist gescheitert. Quelle: dpa
Hamburg

„Die vom Gläubigerausschuss bereits genehmigte Übernahme kann nicht umgesetzt werden“, sagte Schröder. Der Hauptvermieter, die ebenfalls insolvente Gesellschaft Moor Park MB, habe sich mit Hellweg nicht über die künftigen Mietverhältnisse einigen können. Moor Park vermietet 66 der 73 zur Übernahme vorgesehenen Bau- und Gartenmärkte. Betroffen davon sind auch die sieben Bestandsmärkte in Schleswig-Holstein mit mehr als 500 Mitarbeitern, darunter auch Märkte in Kiel und Schwentinental.

„Das ist der absolute Hammer und richtig bitter für die Beschäftigten“, reagierte Conny Töpfer, stellvertretende Landesbezirksleiterin. Auch die Vermieter hätten über Jahre mitverdient. „Es ist unglaublich, dass sich niemand verantwortlich für den Erhalt der Arbeitsplätze fühlt“, sagte Töpfer. Nun müsse geprüft werden, ob die betroffenen Mitarbeiter in eine Transfergesellschaft überführt werden können. Falls einzelne Standorte eine Käufer finden würden, müssten auch die Arbeitsplätze übernommen werden, forderte die Gewerkschafterin.

Damit ist nach mehreren Monaten klar, dass der Praktiker-Konzern und seine Tochtergesellschaft Max Bahr vollständig vom Markt verschwinden. Das waren einmal 315 Märkte mit rund 15000 Beschäftigten. Die verschiedenen Insolvenzverwalter hatten sich nach dem Beginn der Praktiker-Insolvenz im Juli dieses Jahres bemüht, in einem geordneten Investorenprozess größere Teile des Konzerns komplett zu verkaufen und so beieinander zu behalten, doch ohne Erfolg. Nach und nach gingen alle Märkte in die Einzelverwertung, so jetzt auch die 73 letzten Max-Bahr-Baumärkte. Sie galten als gesündester Teil des Praktiker-Konzerns und waren erst 2007 aus Familienbesitz von Praktiker übernommen worden.

Letztlich gescheitert sind die Verhandlungen an der Royal Bank of Scotland (RBS). Sie ist die Hauptgläubigerin der Moor Park MB und hatte ihre Zustimmung von einer Konzernbürgschaft der Hellweg-Gruppe abhängig gemacht. Das wollte Hellweg als mittelständisches Familienunternehmen nicht riskieren.

Der Schaden der Insolvenz ist noch nicht zu berechnen. Die Zukunft für die Beschäftigten des Praktiker-Konzerns ist ebenso unklar wie die Lage für die Gläubiger, Lieferanten und ehemaligen Kunden. Die Insolvenzverwalter wollen die Standorte einzeln oder in größeren Bündeln vermarkten, sowohl an andere Baumarktketten wie auch an Einzelhändler anderer Branchen, etwa Textilien oder Elektronik. Dafür gebe es zahlreiche Interessenten, hatten die Insolvenzverwalter wiederholt erklärt. Wie viele Beschäftigte in dem Konzern noch tätig sind, ist gegenwärtig nicht zu überblicken. Mit der Übernahme der 73 Märkte durch Hellweg hätten 3600 Arbeitsplätze gesichert werden können. Die Gläubiger des Konzerns haben mindestens eine Anleihe über 250 Millionen Euro verloren.

Für die Gläubiger der Holdinggesellschaft wird es zudem keine Zahlungen aus der Insolvenzmasse geben, weil daraus nur die Kosten des Insolvenzverfahrens gedeckt werden können.

Lesen Sie hierzu auch den Kommentar von Jan von Schmidt-Phiseldeck zum Ende von Max Bahr