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Hamburg König will geröstete Lämmer aufs Zimmer
Nachrichten Hamburg König will geröstete Lämmer aufs Zimmer
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13:07 29.06.2017
Ein Polizeiboot liegt vor dem Gästehaus des Senats am Feenteich und nahe der Alster in Hamburg. In dem Haus soll während des G20-Gipfels der US-Präsident Trump untergebracht sein. Quelle: Bodo Marks
Hamburg

Es ist eines der am bestgehüteten Geheimnisse des G20-Gipfels und lädt zum Wetten ein: Welcher Staats- und Regierungschef kommt in welchem Luxus-Hotel unter? Aus Sicherheitsgründen gibt es kaum offizielle Bestätigungen dafür, wer wo einchecken wird. Schließlich sind die Hotelanlagen Hochsicherheitstrakte, von Polizisten bewacht und abgeschirmt. Dennoch finden sich Medienberichte darüber, wer wo schlafen könnte. Und manche Delegationskreise dementieren Gerüchte auch nicht.

DER GERNEGROß:

Um die Unterkunft des mächtigsten Manns der Welt, Donald Trump, ranken sich seit Wochen Spekulationen. Als sie übermäßig ins Kraut schossen, sah sich das Berliner Hotel Intercontinental sogar zu einem Dementi gezwungen. «Nein, er wohnt nicht bei uns.» Also doch an der Elbe? Eher verdichten sich die Anzeichen für eine Bleibe an der Hamburger Außenalster. Am Feenteich unterhält der Senat ein Gästehaus, pardon, eine Villa mit repräsentativen Räumen. Mit Romantik pur dürfte der Aufenthalt aber nicht zu vergleichen sein, zu Wasser und zu Lande patrouillieren jetzt schon schwerbewaffnete Polizisten.

Die US-Botschaft in Berlin ließ nur soviel wissen: «Das Weiße Haus bereitet die Teilnahme von Präsident Trump am G20-Gipfel in Hamburg vor und wird alle notwendigen Vorkehrungen für ihn und seine Delegation treffen». Das kleine weiße Haus in Hamburg, das US-Generalkonsulat an der Außenalster, dürfte auch Trump-Mitarbeiter aufnehmen.

DIE GASTGEBERIN:

Bundeskanzlerin Angela Merkel fühlt sich offensichtlich auf gewohntem Terrain am wohlsten. Sie logiert wie schon beim OSZE-Ministertreffen im Hotel Atlantic Kempinski. Es liegt ebenfalls an der Außenalster, jedoch 2,0 Kilometer von Trump entfernt. Dennoch umgibt Merkel US-Flair: Bezieht sie die Präsidentensuite, auf 245 Quadratmeter und fünf Räume unter der Hotel-Weltkugel erweiterbar, wandelt sie auf den Spuren von Henry Kissinger, Ex-US-Außenminister, und US-Astronaut Neil Armstrong - beide einst Gäste der noblen Herberge, wie das Hotel auf seiner Website schreibt. «Aus Diskretionsgründen» hält es sich vornehm zurück und gibt keine Auskunft über seine Gäste.

DAS DREIGESTIRN:

Wenn es denn so kommt, könnten sich Russlands Präsident Wladimir Putin, Kanadas Premierminister Justin Trudeau und Australiens Premier Malcolm Turnbull schon im Hotel Park Hyatt die Hand geben. Dass Putin hier nächtigt ist bekannt, weil die das Hotel umgebende Einkaufspassage geschlossen wird. Zum Einkaufen müssten die Herren vor die Tür treten, hätten es aber nicht weit: Die Passage liegt an der hochfrequentierten Mönckebergstraße mit ihren Warenhäusern und Shops.

DER SENKRECHTSTARTER:

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat mit seinem Siegeszug gegen die etablierten Parteien überrascht und Mut bewiesen. Diese Attribute haften ihm auch für seinen Hamburg-Besuch an, sollte er wie kolportiert im Wasserturm des Mövenpick Hotels absteigen. Es liegt in direkter Nachbarschaft zum linken Schanzen-Viertel, des öfteren schon heimgesucht von Randale der Links-Autonomen, sowie zum G20-Tagungsort Messehallen. Doch in der 70 Quadratmeter Turm-Suite mit Rundumblick dürfte Macron den Überblick behalten. Oder macht ihm die norwegische Delegation den Hot-Spot unterm Dach streitig? Für Auskünfte wird an das Bundespressamt und die Polizei verwiesen, die aber schon seit Wochen keine Auskunft hierzu geben.

DER FERNREISENDE:

Auch der chinesische Staatspräsident Xi Jinping wäre theoretisch in wenigen Minuten im Tagungszentrum. Denn das Hotel Grand Elysée mit 511 Zimmern, davon 17 Suiten, ist ebenfalls in Nachbarschaft zur Messe - am Bahnhof Dammtor. Ob Jinping hier unterkommt, wird vom Hotel weder bestätigt noch dementiert.

DER MONARCH:

Bedeckt über seine Gäste zeigt sich auch das Hotel Fairmont Vier Jahreszeiten an der Binnenalster. Medien berichten indes, dass der saudische König Salman nebst Entourage alle 156 Gästezimmer und Suiten belegt. Für Hoteldirektor Ingo C. Peters kein Problem: «Ob Scheichs, die geröstete Lämmer und 40 Tauben auf ihr Zimmer haben wollten oder Weltstars, die das Badezimmer in eine Küche umgebaut haben – in 120 Jahren haben wir schon so viel gesehen, dass uns Sonderwünsche nur selten vor Probleme stellen würden», hatte er mitgeteilt. Weitere belegte Zimmerkontingente werden den Saudis für das Hotel The Westin in der Elbphilharmonie nachgesagt.

DER KONFLIKTPARTNER:

«Hamburger Lebensfreude und französische Lebensart» verspricht die Sofitel-Hotelwerbung dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan - so er sich für das Hotel nahe des Rathauses entschieden hat. Weniger erfreut dürften die Nachbarn am «Am Alten Wall» sein, weil Teile der Straße nach Angaben des «Hamburger Abendblatts» gesperrt werden dürften. Erdogan will seinen G20-Besuch dazu nutzen, in Deutschland vor Anhängern aufzutreten. Ein «no go» für Außenminister Sigmar Gabriel.

VOM COMMONWEALTH:

«Wer zählt die Völker, nennt die Namen,
die gastlich hier zusammenkamen?» - Frei nach dem deutschen Dichter Friedrich von Schiller könnten im Art-Deco-gestylten Hotel Reichshof am Hauptbahnhof internationale Verbindungen aufleben. Schwelgt hier die britische Brexit-Chefin Theresa May in Erinnerungen? Gesellt sich Indiens Premier Narendra Modi dazu - oder sucht er doch eher die Nähe zu Kanzlerin Merkel im Atlantic, wie das «Flensburger Tageblatt» herausgefunden haben will.

DIE BEOBACHTER:

Vielleicht haben «Promi-Spotter» Glück und erhaschen einen Blick auf die Polit-Prominenz vor den Hoteltüren. So war beim OSZE-Treffen im vergangenen Dezember US-Außenminister John Kerry auf dem Weihnachtsmarkt am Jungfernstieg anzutreffen. Begleitet von Sicherheitsbeamten verließ er sein Hotel, ging bummeln, erstand an einer Bude Holzgefäße - und wurde im Foto festgehalten.

Hier sehen Sie Bilder der Hotels, in denen die Staatschefs schlafen.

Von lno

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