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Hamburg Schlimmes Ende des Junggesellenabschieds
Nachrichten Hamburg Schlimmes Ende des Junggesellenabschieds
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14:53 23.04.2018
Eine Leiche wird von einem Boot der Feuerwehr Hamburg auf einen Steg im Hafen getragen. Bei der am Montagmorgen aus der Elbe in der Hamburger Hafencity geborgenen Leiche handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den vermissten Schotten Liam Colgan. Quelle: Citynewstv
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Hamburg

Auf den Suchplakaten lacht Liam Colgan noch immer von Hamburger Ampelmasten oder Kneipentüren. „Missing - Vermisst“ steht darüber. Kaum jemand in der Stadt, dem das offene Gesicht des 29 Jahre alten Schotten mit seinen kurzen roten Haaren nicht gegenwärtig ist. Seit dem 10. Februar, als er während eines Junggesellenabschieds auf dem Kiez verschwand, sucht die Familie unter großer öffentlicher Anteilnahme nach ihm. Jetzt scheint klar: Colgan ist tot - zumindest bestätigt das die britische Opferhilfsorganisation Lucie Blackman Trust, die die Eltern im schottischen Inverness vertritt. Wenige Stunden zuvor war in der Hafencity eine Leiche aus der Elbe geborgen worden. Beim Trust ist man sich sicher: Der Tote ist Colgan.

Führerschein in der Jackentasche

Die Polizei ist da noch vorsichtiger, will das Urteil der Forensiker abwarten. Der Leichnam sei deshalb zur Obduktion ins Institut für Rechtsmedizin gebracht worden, sagt ein Sprecher und warnt: Erst Anfang April sei ein in der Wandse gefundener toter Pole aufgrund bei der Leiche gefundener Ausweispapiere zunächst fälschlich für einen anderen gehalten worden.

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Auch der Tote aus der Elbe trug offizielle Dokumente bei sich. In einer Jackentasche sei der Führerschein des Schotten gefunden worden, teilte der Lucie Blackman Trust mit. Auch der Rest der Kleidung stimme mit der überein, die Colgan in der Nacht seines Verschwindens getragen habe. „Der Lucie Blackman Trust ist betrübt zu bestätigen, dass die Leiche aus der Elbe in Hamburg die von Liam Colgan ist“, heißt es im Vermissten-Steckbrief auf der Homepage der Organisation, die im Ausland in Not geratene Briten unterstützt.

Warten auf das Obduktionsergebnis 

Ein Zeuge hatte den Toten am frühen Montagmorgen im Becken des Magdeburger Hafens an der Osakaallee in der Hafencity entdeckt und die Polizei alarmiert. Feuerwehrleute bargen den Leichnam. Wie lange er schon in der Elbe trieb und ob es Hinweise auf Fremdeinwirkung gibt - all diese Fragen ließ die Polizei mit Hinweis auf das noch ausstehende Obduktionsergebnis offen.

Schon gleich nach dem Verschwinden Colgans hatte es Spekulationen gegeben, dass ihn ein solches Schicksal ereilt haben könnte. Es war ein feuchtfröhlicher Freitagabend am zweiten Februarwochenende. Gemeinsam mit Freunden wurde bei einer Kieztour über die Reeperbahn der Junggesellenabschied von Liams Bruder Eamonn gefeiert. Zuletzt war der 29-Jährige - da schon stark betrunken - im „Hamborger Veermaster“ mit dabei. Dann trennte er sich von der Gruppe, zunächst noch unbemerkt. Der Mitschnitt einer Überwachungskamera beim Verlagshaus Gruner + Jahr am Hafen zeigt noch, wie er später in Richtung Michelwiese ging - das letzte belegte Lebenszeichen.

Beispiellose Suchaktion

Als sein Bruder weder in das Hostel zurückkehrt, in dem die Gesellschaft untergekommen ist, und auch der gebuchte Flieger zurück nach Haus ohne Liam abhebt, geht Eamonn zur Polizei und erstattet Vermisstenanzeige. Die beispiellose Suchaktion, mit der die Familie dann Colgans Schicksal zu klären versucht, bewegte Menschen weit über die Stadtgrenzen hinaus. Auch Blackman-Trust-Chef Matthew Searle spricht von einer „erstaunlichen“ öffentlichen Unterstützung dies- und jenseits des Kanals. „An der Suche haben sich Tausende Menschen - Deutsche und Briten - beteiligt.“

300 000 Flugblätter mit Liam Colgans „Steckbrief“ landeten mithilfe der Post in rund einem Drittel der Hamburger Haushalte. Mehrere Initiativen unterstützten die Familie, auch durch Spenden. Internationale Medien berichteten über den Fall. Immer wieder gab es Hinweise, aber letztlich keine heiße Spur.

Von lno

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