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Hamburg Verschuldete Städte suchen Sponsoren
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07:00 19.05.2014
Von Paul Wagner
Quelle: hfr
Kiel

„Vor dem Hintergrund knapper werdender Mittel wird das Sponsoring als eine neue Finanzierungsquelle sicherlich an Bedeutung gewinnen“, prognostiziert Herwig Schröder. So wie der Kämmerer der klammen Stadt Rendsburg sehen viele seiner Kollegen im Sponsoring eine gute Möglichkeit, freiwillige Aufgaben zu finanzieren. Bisher sind es vor allem Drucksachen wie Flyer oder Stadtpläne, die sich Kommunen im Land von Anzeigen aus der regionalen Wirtschaft bezahlen lassen. Doch Unternehmen und kreative Werber haben schon öffentliche Gebäude oder Internetauftritte im Blick.

 „Für viele Kommunen ergeben sich durch Sponsoren interessante Möglichkeiten für zusätzliche Einnahmen“, sagt Rainer Kersten, Geschäftsführer des Bundes der Steuerzahler in Schleswig-Holstein. Es sei daher nicht verwerflich, wenn Unternehmen Angebote von Städten und Gemeinden unterstützen und ihre Namen deutlich genannt werden. Aber: „Es darf nicht so weit kommen, dass öffentliche Aufgaben nur noch in Abhängigkeit von Unternehmen erfüllt werden können“, unterstreicht Kersten.

 Einen Trend in diese Richtung hat Uwe Bekemann ausgemacht. Der Antikorruptionsbeauftragte der Stadt Bielefeld forscht seit Jahren zum Thema und schult Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltungen. „Wir haben beobachtet, dass sich Sponsoring immer weiter in den Bereich des hoheitlichen Handelns verschiebt“, sagt er. Als Vorreiter habe Nordrhein-Westfalen klare Regeln für das Sponsoring vorgegeben. Bekemann fordert vor allem Transparenz und exakte Verträge. Grauzonen und Dunkelfelder müssten ausgeschlossen, Aufträge neutral vergeben werden. Auf keinen Fall dürften die Sponsoren mit den Behörden in einer Geschäftsbeziehung stehen, Entscheidungen beeinflussen oder einzelne Mitarbeiter begünstigen. In Kiel sucht die Stadt nach einem Sponsor für 20000 Büchereiausweise und achtet auf die eigenen strategischen Ziele. „Generell wird Kiel keine Werbung akzeptieren, die diskriminierend oder wettbewerbswidrig ist, gegen Gesetze verstößt oder dem städtischen Image schaden könnte“, heißt es aus dem Rathaus.