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Hamburg Streik im ganzen Land
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07:30 27.03.2014
Von Bodo Stade
Mehr als 40 000 Beschäftigte beteiligten sich am Mittwoch bundesweit am Warnstreik. Quelle: dpa
Kiel

In Kiel müssen am Donnerstag in vielen Familien vermutlich die Großeltern oder Freunde einspringen. Nach Auskunft des Presseamtes im Rathaus bleiben die meisten städtischen Kindertageseinrichtungen geschlossen. In den Stadtteilen werden Notdienste angeboten. Mit Einschränkungen müssen auch alle Bürger rechnen, die ihren Ausweis verlängern lassen oder ein Auto anmelden wollen.

„Wer kann, sollte für den Gang zum Amt einen anderen Tag auswählen“, hieß es im Rathaus. Die Flensburger Stadtverwaltung warnte: Die Dienststellen des Rathauses sollten nur „in dringenden Fällen“ aufgesucht werden. In Neumünster streiken heute Straßenreinigung und Müllabfuhr sowie mehrere Kitas. In Rendsburg könnten unter anderem Bürgerbüro und Standesamt verschlossen bleiben.

 Nach Gewerkschaftsangaben werden sich mehrere Tausend Beschäftigte am Streik beteiligen. In Kiel werden Aktionen und Demos den Verkehr behindern. Ab 7.30 Uhr ziehen Streikende in Richtung Gewerkschaftshaus in der Kieler Legienstraße. Um 13 Uhr ist eine zentrale Kundgebung vor dem Kieler Hauptbahnhof geplant.

 Einmal mehr könnte der Nord-Ostsee-Kanal getroffen werden. Die Gewerkschaft hat auch die Beschäftigten der Schleusen in Kiel und Brunsbüttel zum Streik aufgerufen. Für den Schiffsverkehr bedeutet das Staugefahr. Die Wirtschaft reagierte mit scharfer Kritik. Thomas Fröhlich, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Nord, warf Verdi eine „weitere Verunsicherung der Schifffahrt“ vor. Krach gibt es auch in der Luftverkehrsbranche. An sieben deutschen Flughäfen müssen sich die Reisenden auf massive Behinderungen einstellen. Allein die Lufthansa muss 600 Flüge streichen. In Hamburg haben die Beschäftigten zwar hausinterne Tarifverträge. Hier fallen wegen des Streiks in anderen Städten aber viele Inlandsflüge aus.

 Verdi-Chef Frank Bsirske erhöhte unterdessen den Druck. Sollte es bei den Verhandlungen nicht zu einer Einigung kommen, drohe ein „Arbeitskampf mit hoher Beteiligung“, erklärte er gestern. Die Gewerkschaften fordern für die 2,1 Millionen Angestellten von Bund und Kommunen eine Erhöhung der Gehälter um einen Sockelbetrag von 100 Euro und um 3,5 Prozent.