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Hamburg Wolf auf der Autobahn 1 überfahren
Nachrichten Hamburg Wolf auf der Autobahn 1 überfahren
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16:16 02.04.2013
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Ein Wolf (hier ein Archivbild) ist am Osterwochenende in Hamburg gesehen worden. Quelle: Wolf v. Schenck (Archiv)
Kiel

Der Kadaver wird derzeit im Wildpark Eekholt, dem schleswig-holsteinischen Wolfsinformationszentrum, genetisch untersucht. Ob es sich bei dem toten Tier um den Wolf handelt, der im Sommer im Kreis Segeberg gesichtet wurde, könne noch nicht mit Sicherheit gesagt werden, sagte die Sprecherin des Umweltministeriums. Die Färbung des toten Wolfs sei heller und die Pfotenabdrucke kleiner. Proben für eine genetische Untersuchung seien an das Senckenberg Institut für Wildtiergenetik weitergeleitet worden. Das Ergebnis soll zweifelsfrei die Artzugehörigkeit des Tieres und dessen Herkunft aufklären.

Noch am Dienstag soll der Kadaver ins Leibnitz Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) nach Berlin überführt werden. Hier sollen Todesursache, etwaige Verletzungen und Erkrankungen untersucht werden.

Bereits 2007 ist ein Wolf in Schleswig-Holstein überfahren worden. Der Unfall ereignete sich auf der Bundesstraße 76 bei Süsel (Kreis Ostholstein) „Es ist sehr schade, dass bereits zwei Wölfe in Schleswig-Holstein dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen sind“, sagte Umweltminister Robert Habeck (Grüne).

Meldungen über Wölfe in Norddeutschland mehren sich in letzter Zeit. Erst am Osterwochenende war ein junger Wolf in Hamburg auf Stippvisite. Ein Landwirt hatte das Tier in Kirchwerder in der Region Geesthacht/Bergedorf gesehen und fotografiert.

Dass es sich tatsächlich um einen Wolf handelt, bestätigte Experte Jens Matzen Welt-Online, der ein Foto des Jungtieres gesehen hat. "Vermutlich ist er die Elbe hochgelaufen und in Hamburg gestrandet", sagt Matzen. Lange bleiben wird er jedoch nicht. "Er ist auf der Suche nach einem Revier", schätzt der Wolfexperte. Das werde er in den Vierlanden allerdings nicht finden. Mögliche Ziele könnten für ihn nun der Segeberger Forst oder Lauenburg sein.

Vor etwa zwei Monaten wurde bereits im Kreis Herzogtum Lauenburg eine 1500 Meter lange Spur im Schnee dokumentiert und sicher einem Wolf zugeordnet. Ungewiss ist, ob es sich um denselben Wolf handelt, der in Hamburg unterwegs war oder überfahren wurde.

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