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Kultur Immer etwas Schräges im Sinn
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12:07 16.05.2019
Von Sabine Tholund
Text und Bild, das ist sein großes Thema: Arne Rautenberg stellt im Bunker D aus. Quelle: Marco Ehrhardt
Kiel

Zum Titel nur soviel: Er habe sich das Alphabet lange angeschaut und überlegt: „Vielleicht will es mir etwas sagen?“ Es will, denn dem N folgt eben ein O, also ein klares NO und das ist doch mal eine eindeutige Aussage.

Rautenbergs "kleine Unverschämtheit"

„Es ist vielleicht eine kleine Unverschämtheit, das Alphabet mit einem Nein aufhören zu lassen“, sinniert der Kieler fröhlich. Aber die Folge der Lettern sei doch wohl auch ein Hinweis darauf, „dass wir mit Buchstaben und Worten nicht alles ausdrücken können.“ Fett auf Bütten gedruckt, hat Rautenberg das Blatt als Edition in einer 15er Auflage begleitend zur Schau herausgebracht. Auch die anderen Exponate kann man kaufen.

13 Jahre (bild)künstlerisches Schaffen

Einen Rückblick auf die letzten 13 Jahre seines (bild)künstlerischen Schaffens hat der 51-Jährige zusammengetragen. Allerhand Buchstabenspiele sind dabei, zum Kreis geordnet oder zu Worten und Sprüchen, die nur so tun, als würden sie einen Sinn ergeben. So rundet sich etwa der Satz „honey makes the world go round“ zu einem exakten Kreis, der wie eine Torte unterteilt ist durch die Worte „money pie“. Ein Beatles-Song trifft im verquirlten Mix auf „Cabaret“: Rautenberg lässt zusammenwachsen, was nicht zusammen gehört.

„Text und Bild, das ist mein großes Thema“, sagt der unter anderem als Lyriker mehrfach Preisgekrönte, seit 2017 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Ein experimentierfreudiger Spieler

Der ständige Umgang mit Texten wecke in ihm „das große Bedürfnis, Visualität zu schaffen“, begründet er seine regelmäßigen Ausflüge in die bildende Kunst. Hier präsentiert er sich als experimentierfreudiger Spieler: Weil er nicht einsieht, warum Bilder immer rechteckig sein müssen, hat er mit zarter Tinte organisch ausufernde Formate geschaffen, alte Geldscheine mit bunten Punkten und lustigen Anagrammen von Dichternamen bestückt (Enol Milde = Emil Nolde), hat spitzige Flintsteine mit Schleifmaschine und Autolack in sanft geschwungene Objekten verwandelt oder alte Plattencover mit glitzerndem Plastikmüll, Trockenblumen und bunten Aufklebern zu expressiven Bildwerken veredelt.

Textbilder mit Wortungetümen

Sein jüngster Streich sind Textbilder, auf die er mit leuchtender Tinte Wortungetüme wie „Ooh Damn Wow Brr“ geschrieben hat. Diese sogenannten „Adlibs“ unterstützen als Füllmaterial „den Flow“ von Rap-Songs. Absolut bildwürdig, findet Arne Rautenberg, der sich auch gern von sich selbst überraschen lässt. „Ich schaue, was passiert“, sagt er – und freut sich, wenn manchmal etwas entsteht, das ihn „ästhetisch und gedanklich weiterbringt.“

Bunker D der FH Kiel, Schwentinestraße 11. Eröffnung heute, Do., 16. Mai, 18 Uhr. Bis 12. Juni. Geöffnet mittwochs 10-20 Uhr und nach Vereinbarung unter bunker-d@fh-kiel.de

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