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Kultur Albert Hammond: drahtig und sympathisch
Nachrichten Kultur Albert Hammond: drahtig und sympathisch
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12:06 15.05.2019
Von Thomas Richter
Albert Hammond im Kieler Schloss Quelle: Björn Schaller
Kiel

Der erste Eindruck:

Ganz nach dem Motto seines Superhits für die Band Starship „Nothing's Gonna Stop Us Now“ groovt sich der 2008 in die legendäre Songwriters Hall Of Fame aufgenommene Meister durch ein grandioses Programm. Hammonds millionenfach gespielten, aber häufig von anderen Interpreten unsterblich gemachten Songs verlieren in der Performance des Komponisten kaum an Strahlkraft.

Auch wenn sich Albert Hammond der stimmlichen Übermacht etwa von Interpreten wie Joe Cocker oder Whitney Houston beugen muss. Das macht er mit Anstand und Würde, einiger Ironie und musikalischer Cleverness.

Die Musik:

Albert Hammond klingt nicht wie Joe Cocker („Don't You Love Me Anymore?“) vielleicht schon eher nach den Hollies („The Air That I Breathe“), aber ganz sicher nicht wie Diana Ross („When You Tell Me That You Love Me“) oder Whitney Houston („One Moment In Time“). Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen, denn der Engländer hat für viele der ganz großen Namen der Branche mindestens einen Welthit komponiert, ohne dass das an die große Glocke gehängt wurde.

Zwar lieferte er zu Beginn seiner Karriere in den siebziger Jahren auch massenweise Evergreens unter eigenem Namen wie etwa „It Never Rains in Southern California“, „The Free Electric Band“, „I’m a Train“ oder „Down by the River“. Dennoch scheint der drahtige Musiker und sympathische Entertainer nie ganz aus dem Schatten seines Erfolgs für andere herausgetreten zu sein.

So gewährt er etwa zur Mitte des zweistündigen Gigs mit mehreren Songs einen tiefen Einblick in sein– wie er selber zugibt – schlecht verkauftes Solo- Album „Your World And My World“ aus den 80ern. Die Lieder haben Potential sind aber etwas zu gefällig und auch im aktuellen Live Arrangement für seine ansonsten süffig aufspielende bis kernig rockende Band zu sehr den damaligen artifiziellen Moden verhaftet.

Das Publikum:

„You look great“, attestiert Hammond seinem Publikum in Kiel, als er bei Tina Turners „I Don't Want To Lose You“ von der Bühne steigt und singend viele Hände schüttelt. Derart geschmeichelt legten die Zuhörer auf das ohnehin hohe Begeisterungslevel noch eine Schippe drauf und feierten mit stehenden Ovationen Hit um Hit im großzügigen Zugabenblock. 

Fazit:

Ein toller Abend mit den scheinbar allgegenwärtigen Werken eines der größten Pop-Komponisten unser Zeit. Da kann man sich dem geradezu beseelt in den Kieler Nachthimmel geseufzten „Gott, war das schön“ einer Zuhörerin auf dem Nachhauseweg nur anschließen.

Hier sehen Sie Bilder vom Albert-Hammond-Konzert.

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