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Kultur Nachhilfe bei Onkel Andi
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18:04 25.11.2019
Von Kai-Peter Boysen
Kantig, geradeaus und mit gesundem Misstrauen gesegnet: Kabarettist Andreas Rebers im Metro-Kino in Kiel. Quelle: Kai-Peter Boysen
Kiel

Reverend Rebers, Onkel Andi; Andreas Rebers schlüpft in so manche Rolle, wenn er sich auf den kabarettistischen Hochsitz begibt und seine Beobachtungen schildert. Scharfzüngig, spöttisch, witzig, dabei meist die Finger virtuos über die Tasten des Akkordeons oder E-Pianos gleiten lassend, macht er sich an die „Neukalibrierung unserer Wahrnehmung“.

„Wenn Menschen aus anderen Ländern zu uns kommen, sagen die einen: 'Ja, es kommen nur gut ausgebildete Leute.'“, Und die anderen sagen: 'Nein, es kommen nur schlecht ausgebildete Verbrecher.' Weder das eine noch das andere ist das Problem; das Problem sind die gut ausgebildeten Verbrecher – die müssen auch nicht kommen, die sind schon da. So was nennt man Elite.“ Da spricht der unerschütterliche Revoluzzer, der den Abstieg der Volksparteien darin erkennt, dass „sie sich nicht mehr die Finger am Volk schmutzig machen wollten.“

Der Kabarettist legt sich seine Beute zurecht

Rebers ist in Hochform, predigt, brüllt, wettert, säuselt, wispert und legt sich wortgewandt seine Beute immer schön zurecht: Religiöse Eiferer, Politiker oder „wohlstandsverwahrloste Doofmütter“ in seinem Münchner Wohnviertel Haidhausen. Dort gäbe es viele Nutzfahrzeuge, um das schwere Gelände in der Innenstadt bewältigen zu können.

Starkes Augenmerk liegt in seinen Programmen immer auf seiner Nachbarin Sabine Hammer, geborene Sichel. Die ist herrliche Projektionsfläche für seine Abneigungen, ernährt nicht nur ihren Sohn („Das Hammerkind“) vegetarisch, sodass Rebers ihn mit „Schlachtabfällen“ aufpäppeln muss, sondern hat auch das Fahrradfahren, natürlich im stylishen Outfit, für sich entdeckt. Schade nur, dass sie Rebers‘ geliehenen Tesla nicht kommen hört und es zum Unfall kommt. Doch „Ich helfe gern“-Rebers fährt sie ins Krankenhaus – mit dem Lastenfahrrad, über Stock und Stein durch den Englischen Garten.

Andreas Rebers berichtet von Aggressionstrainings für Waldorfschüler

Gnadenvoll überspitzt setzt Rebers sich für seine „Dachlattenpädagogik“ ein, kritisiert verniedlichende Kitagruppen-Namen, berichtet von erfolgreichen Aggressionstrainings für Waldorfschüler, „damit sie an der Bushaltestelle eine Chance haben“. Als Religions- und Sportlehrer macht er sich mit seinen rustikalen Lehrmethoden auch nicht gerade beliebt.

Andreas Rebers ist ein Kerl, kantig, geradeaus und mit gesundem Misstrauen gesegnet. Jegliche Form überkandidelter und verlogener Betroffenheit oder gesteuerter Panikmache ist ihm zuwider. Er ist eine Art Peter Scholl-Latour des Kabaretts. Oft würde ihm vorgeworfen, er gieße Wasser auf die Mühlen der Rechten, erzählt er. „Das Problem ist nicht das Wasser, sondern die Mühlen“, antwortet er darauf.

Eine gelegentliche „Neukalibrierung der Wahrnehmung“ durch Reverend Rebers, Onkel Andi oder einfach Andreas Rebers würde sicherlich helfen, viele Mühlen still zu legen.

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