Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kultur Rachmaninows Drei-Phasen-Lehre
Nachrichten Kultur Rachmaninows Drei-Phasen-Lehre
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:53 12.04.2019
War schon mehrfach als „Dirigent des Jahres“ nominiert: Antony Hermus. Quelle: Marco Borggreve
Kiel

 „Das Stück ist schon sehr gut komponiert, man merkt überall den Meister Rachmaninow – im harmonischen Tonsatz, im Farbenreichtum der Instrumentierung ...“, schwärmt der Gastdirigent der Kieler Philharmoniker im Vorgespräch. „Diese Moll-Melancholie, dieses sensationelle Schwelgen der Klarinette im dritten Satz, dieser Teufelstanz im zweiten Satz!“ Gleichwohl gelte es, nicht jede der vielen Noten auszukosten, sondern vielmehr den Fluss zu erhalten. „Und der letzte Satz ist technisch schwer und bleibt eine Kraftfrage.“

Antony Hermus begann als Pianist

Hermus, der als Pianist immerhin das Zweite Klavierkonzert aufgeführt und das Dritte geübt hat, erinnert sich beim Stichwort gern an die von Rachmaninow durch seinen eigenen Lehrer Jacques de Tiège weitergetragene Drei-Phasen-Lehre beim Üben: „Erst verschaffe man sich einen Überblick über die musikalische Form, dann gilt es, jedes Rädchen auseinandernehmen, langsam, links vor rechts und sogar klanglos die richtigen Tasten zu wählen, damit der Körper sich erinnert, und dann erst folgt die Kombination.“ Gerade die linke Seite, die Bassregion sei auch beim Dirigieren zentral wichtig: „Links dirigiert!“

Niederländischer Romantiker: Johan Wagenaar

Vorneweg im Programm macht sich Hermus einmal mehr für seinen niederländischen Landsmann Johan Wagenaar stark. Für das Label cpo hatte er bereits beim WDR mehrere Werke des Spätromantikers auf CD eingespielt. Jetzt dirigiert er die 1894 entstandene Konzertouvertüre Frühlingsgewalt. Hermus: „Natürlich hängt Wagenaar stolz im Concertgebouw Amsterdam an der Wand. Und wenn das Opus 11 auch vielleicht nichts weltbewegend Tiefsinniges bietet, ist es eine wunderbare Stimmungseröffnung im Frühjahr.“

Raschèr Saxophone Quartet als Solisten

Gespannt ist der Musiker selber auf Anders Nilssons Concerto grosso Nr. 1 für Saxophon-Quartett und Orchester, das mit seinen Klangflächen und Rhythmusschichten 1995 eigens für das Raschèr Saxophone Quartet entstand: „Mal sehen, ob das mit dem Klangbild in meinem Kopf übereinstimmt.“

Dank an GMD Georg Fritzsch

Mit Georg Fritzsch, dem er in Hagen als Praktikant, dann als Repetitor, Studienleiter und Erster Kapellmeister zuarbeitete und schließlich sogar als Generalmusikdirektor folgte, verbinde ihn seit über zwei Jahrzehnten eine „reiche Geschichte“. Gerade im Studium in Tillburg und in den ersten Berufsjahren habe er viele wertvolle Tipps von Kiels scheidendem GMD erhalten. „Die Praxis ist entscheidend. Wie geht man mit einem Orchester um? Was sagt man? Was sagt man auf keinen Fall? Ich hatte immer Georg an meiner Seite, um solche Fragen optimal zu klären. Dafür bin ich ihm wahnsinnig dankbar.“

Wirtschaftsinformatiker und gefragter Dirigent

Inzwischen ist der in Amsterdam lebende, einst studierte und promovierte Wirtschaftsinformatiker nach einer sechsjährigen Chefzeit in Dessau als freier Dirigent überall in den Niederlanden, aber auch beim Philharmonic Orchestra London oder den Bamberger Symphonikern gefragt.

Konzertdaten in Kiel

Philharmonische Konzerte: So 14. April, 11 Uhr, und Mo 15. April, 20 Uhr, Kieler Schloss. Karten: 0431 / 901 901. www.musikfreunde-kiel.de

Von Christian Strehk

Kultur Festival des Debütromans - Sprachen und Geschichten

Alle Jahre wieder reisen sie aus allen Ecken Europas an, Nachwuchsautoren, die ihren noch unübersetzten Romanerstling beim Festival des Debütromans im Literaturhaus vorstellen. In diesem Jahr sind vom 2. bis 5. Mai zwölf Schriftsteller mit ihren Lektoren oder Verlegern vertreten.

Ruth Bender 11.04.2019

Nach dem Tod von Ian Curtis erfanden die Übriggebliebenen ihre Band neu – ihr erstes Album „Movement“ ist jetzt als aufwendiges Boxset erneut veröffentlicht worden. New Order prägten den Sound der Achtziger mit, doch die tragische Vorgeschichte ist nie verblasst.

11.04.2019

Vor knapp einem Jahr wurde der schwedische DJ Avicii tot in einem Hotel im Oman gefunden. Über die Gründe wurde viel spekuliert. Bietet der neue Song „SOS“ nun Antworten?

11.04.2019