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Kultur Klingt frisch: Saisonauftakt in Hamburgs Elbphilharmonie
Nachrichten Kultur Klingt frisch: Saisonauftakt in Hamburgs Elbphilharmonie
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18:27 07.09.2019
Von Konrad Bockemühl
Als neuer Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters umjubelt: Alan Gilbert bei der Opening Night in der Elbphilharmonie.  Quelle: Peter Hundert
Hamburg

Denn es ist zu spüren und zu hören: Es herrscht Aufbruchstimmung, man ist glücklich miteinander. „Klingt nach Gilbert“ ist das Motto eines kleinen Festivals zum Auftakt der dritten vollständigen Saison in Hamburgs Elbphilharmonie, der Konzerte jenseits der Zahl 1000 im Großen Saal. Und der neue Chef, zuvor immerhin acht Jahre lang Musikdirektor des New York Philharmonic Orchestra, verleiht dem Ganzen tatsächlich schon von Anfang an klanglich wie auch programmatisch eine neue Note. 

Eine weltoffene Opening Night in der Elbphilharmonie

Eine weltoffene Opening Night fasste das am Wochenende über drei Stunden anregend „crazy“ (so Gilbert) zusammen: Brahms „Erste Sinfonie“ als Referenz an die Tradition seiner neuen Wirkungsstätte, mit frischem Elan, viel Tiefgang und sattem Klang interpretiert. Eine Auftragskomposition der koreanischen NDR-Residenzkomponistin Unsuk Chin, die in „Frontispiece for Orchestra“ Schlüsselwerke der Musikgeschichte anregend neu formuliert und verbindet, und drei amerikanische Klassiker des 20. Jahrhunderts, die einen außergewöhnlichen Bogen in die Heimat des temperamentvoll agierenden Chefs am Pult spannen: Leonard Bernsteins Sinfonie Nr. 1 „Jeremiah“ hatte Alan Gilbert bereits 2001 in seinem ersten Konzert mit den NDR-Sinfonikern dirigiert. Es ist ein selten gespieltes, eindringliches Werk, aus dessen Klagelied eine zeitlos aktuelle (Glaubens-)Botschaft abzuleiten ist. Die Israelin Rinat Shaham sprang in die schwierige Mezzosopran-Partie kurzfristig ein und fesselte die Zuhörer mit Inbrunst. 

Alan Gilbert lässt Charles Ivens im Raum wirken

„The Unanswered Question“ von Charles Ives ließ Gilbert im Raum wirken, platzierte den unerschütterlichen Streicherchoral backstage und wirkte auf dem Podium nur mit den vier verwirrt antwortsuchenden Soloflöten, während aus dem Rang der Solotrompeter die „ewige Frage der Existenz“ stellte. Edgard Varèses „Ameriques“ schließlich zeigte mit allein 15 Musikern am Schlagwerk in schier unendlicher, stetig brodelnder Klangvielfalt und -dichte, wie eigenwillig zukunftsgewandt der Amerikaner schon vor 100 Jahren war. 

Das klingt nach einer fruchtbaren musikalischen Verbindung

Alan Gilbert hat in nachvollziehbar lockerer Atmosphäre intensiv mit seinen oft aus seinen elf Jahren als Erster Gastdirigent (2004-2015) vertrauten Musikern gearbeitet. Er will „Musik im Hier und Jetzt machen“. Das soll sich in den nächsten Tagen noch in verschiedenen Formaten zeigen, von Magnus Lindbergs „Kraft“-Aufwand bis hin zum (Brahms-)Streichsextett mit Gilbert an der Bratsche oder einem Haydn-Programm an alter Wirkungsstätte, in der dafür akustisch einfach bestens geeigneten und ausdrücklich geschätzten Laeiszhalle. Das alles klingt nach Gilbert, es klingt authentisch und nach einer fruchtbaren musikalischen Verbindung. Der Dirigent verabschiedet sich mit einem Glas Bier in der Hand von der Bühne. Und man ahnt, er wird mindestens ein weiteres zusammen mit seinen Musikern getrunken haben.

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