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Kultur Viel "Love" für die Kellys
Nachrichten Kultur Viel "Love" für die Kellys
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08:46 20.05.2018
Von Gunnar Müller
We got Love: Auch nach 20 Jahren bejubelten 9000 Kelly-Family-Fans die irisch-amerikanische Band am Kalkberg in Bad Segeberg. Quelle: Claus Harlandt
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Bad Segeberg

Der erste Eindruck

Huch? Wo waren die güldenen Strähnen von Angelo, wo die langen Mähnen der männliche Mitglieder? Das Hippie-Outfit, mit dem die musikalische Großfamilie einst bekannt wurde, ist nicht mehr: Jimmy trat im "Casual"-Look auf, Kathy in einem knallroten Kleid (immerhin mit Karo-Überwurf), Patricia sang sich blumenkranzgekrönt und barfuß tanzend über die Bühne während John an einen Beatle aus den 60ern erinnerte. Extremsportler Joey heizte auch den Fans ein. Nur Halbbruder Paul - der die Kellys als "special guest" begleitet - kam drehleierschwingend und Kilt tragend (wieder Karo) auf die Bühne.

Das Programm

"Why, why, why?" - Welche Songs der "We got Love"-Tour sind eigentlich alt - und welches die neuen? Die Kellys bleiben sich treu, spielten die bekannten "Angel", "Alien", "Nanana", "I can't help myself". Aber auch das von Patricia Kelly komponierte "Brothers and Sisters", das den Weg und die Geschichte der Kellys aufgreift. Die Dramaturgie ließ den inzwischen erwachsen gewordenen Fans immer wieder Verschnaufpausen, rockige Nummern wechselten sich mit ruhigen ab. 

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Das Publikum

"Einmal wieder 14 sein", schrieb eine Äntschi auf Twitter nach dem Konzert. Wie das so war in den 90ern: Baumfäller-Hemden, Wolfgang-Petry-Gedächtnis-Armbänder, Zahnspangen, kreischende Mädels, wilde Mähnen bei den Kellys. Davon blieb nicht viel. Von den 9000 Besuchern in Bad Segeberg waren mehr als zwei Drittel weiblich, der Anhang oft nur "schmückendes" Beiwerk. Und die meisten davon sind mit den Kellys mitgewachsen.

Was in Erinnerung bleibt

Klar, das Publikum schwelgte bei den Hits wie "Alien" oder "Angel" in nostalgischen Erinnerungen. Doch gerade bei Straßensongs, die die Kellys ohne viel Tamtam wie Papierschlangen, Feuershow oder -werk vortrugen, zeigten sie ihr musikalisches Können. Oder auch die Zugabe "Who'll Come With Me (David's Song)" - 1980 traten die Kellys damit erstmals im deutschen Fernsehen auf. Auf der Bildschirmleinwand neben der Bühne erschienen Ausschnitte, John sang mit sich selbst (1980 war er 13 Jahre alt) im Duett.

Fazit

Die Kellys sind die Kellys. Ob mit Maite und Paddy (die sich auf ihre Solo-Karrieren konzentrieren wollen) oder ohne. Kathys typisches stimmenvibrierendes Tremolo, die eher rockige Stimme Jimmys: Der Kelly-Sound bleibt gleich. Und auch die Meinungen werden - wie in ihrer Hochzeit in den 90ern - auseinander gehen: Entweder man mag sie oder man hört sie heimlich.

Hier finden Sie Bilder vom Konzert.
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