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21:12 10.07.2018
Foto: Glänzendes Trio: Pianistin Anna Vinnitskaya, Geiger Erik Schumann und Cellist Leonard Elschenbroich.
Glänzendes Trio: Pianistin Anna Vinnitskaya, Geiger Erik Schumann und Cellist Leonard Elschenbroich. Quelle: Axel Nickolaus
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Hamburg

Vinnitskaya, geboren in der russischen Universitäts- und Hafenstadt Noworossijsk am Schwarzen Meer, stammt aus einer Pianisten- und Dirigenten-Familie. Da gründet das Musikalische ganz tief. Beim Schleswig-Holstein Musik Festival ist die heute 34-Jährige schon seit dem Jahr 2008 eine wiederkehrende Größe, weil sie nach Lang Lang und Jonathan Biss als dritter Tastenzauberer den Leonard Bernstein Award erhielt.

Weltklasse-Trio mit Erik Schumann und Leonard Elschenbroich

Gerade hat sie sich mit dem Geiger Erik Schumann und dem Cellisten Leonard Elschenbroich in Rellingen und Plön in einen wahren Schumann-, Brahms- und Mendelssohn-Rausch gespielt. Mit Urbanski und Griegs Klavierkonzert wird sie beim diesjährigen SHMF in der ersten Augustwoche beim Festivalorchester in Büdelsdorf zu erleben sein und Konzerte in Flensburg (5. August, 19 Uhr, noch Tickets vorhanden) und der Elbphilharmonie (6. August, 20 Uhr, ausverkauft) geben.

Nachwirkungen des Bernstein-Award von 2008?

Die tatsächliche Bedeutung des Bernstein Awards ist für sie heute nicht eindeutig einzuschätzen: „Doch durch ihn ergab sich die Möglichkeit, mit einem renommierten Orchester wie dem NDR Elbphilharmonie Orchester aufzutreten“, erinnert sie sich. „Außerdem tauchte ich entsprechend prominent beim SHMF auf. Das war zu dem Zeitpunkt schon ein wichtiger Karriereschritt.“ Aber die Wirkung der Ehrung sei schwer zu trennen, denn 2007 habe sie den überaus renommierten Concours Musicale Reine Elisabeth in Brüssel gewonnen, 2009 die Professur an der Hamburger Musikhochschule bekommen. „Diese drei Jahre waren zentral wichtig für meine pianistische Laufbahn. Letztlich eine Verkettung positiver Effekte.“

Kammermusik als Horizonterweiterung

Die Pianistin ist keine Einzelkämpferin. „Die Kammermusik hat eine unglaublich große Bedeutung für mich, sie ist eine große Bereicherung, eine Horizonterweiterung ins breite Repertoire – voll von erstklassiger Musik etwa von Brahms oder Schumann.“

Bernstein-Preisträger unter sich

Bernstein-Preisträger unter sich? Mit solch großartigen Kollegen spielen zu dürfen, musikalische Fragen besprechen, das bringe jeden weiter. „Aber mit Erik Schumann und Leonard Elschenbroich ist es außerdem noch besonders lustig – keine Ahnung, warum.“

Repräsentantin der Russischen Schule!?

Ist sie, Schülerin von Evgeni Koroliov, eine typische Repräsentantin der Russischen Schule? „Ich verstehe mich eher als Universalmusikerin. Es gibt vielleicht solche Phasen, aber ich möchte als Russin nicht in Schubladen gesteckt werden“, so Vinnitskaya. „Aber es stimmt schon: Ich empfinde es als sehr selbstverständlich und natürlich, wenn ich russische Musik etwa von Rachmaninow spiele. Das wirkt auf mich selber dann sehr organisch. Und ich lerne das auch sehr schnell. Ich brauche da auch wenig Zeit, eine Interpretation zu entwickeln, die mir selber gefällt.“ Gerade habe sie aber mit Koroliov Bach-Concerti aufgenommen. Der Horizont soll weit bleiben.

CD-Tipp: Rachmaninov, Zweites Klavierkonzert, NDR Elbphilharmonie Orchester Hamburg, Urbanski. Alpha Classics / Outhere Music / Note 1

Von Christian Strehk

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