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Kultur Biedere Neo-Bürgerlichkeit: Theater Outtake inszeniert "Tango"
Nachrichten Kultur Biedere Neo-Bürgerlichkeit: Theater Outtake inszeniert "Tango"
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17:55 10.06.2009
Kiel

Die 26-jährige Regisseurin Rahel Wusterack, die Philosophie, Neuere Deutsche Literatur und Medienwissenschaft studiert, hat diesmal gezielt den Schauspielführer nach einem Stück durchsucht, in dem auch „viele Frauenrollen zu vergeben“ sind. Denn tendenziell würden sich immer mehr Frauen zum Spiel anbieten als Männer.

Tango, 1965 in Belgrad uraufgeführt, ist das meistgespielte Stück des polnischen Schriftstellers und ehemaligen Cartoonisten Slawomir Mrozek, der 1968 ins französische Exil flüchtete, seit 1996 aber wieder in seiner Heimatstadt Krakau lebt.

„Vordergründig geht es um eine Familiengeschichte“, sagt Michael Heinke (23), Regieassistent und Jura-Student, „doch dahinter wird die geistige Entwicklung im Europa des 20. Jahrhunderts sichtbar, wird die Frage gestellt, ob unser Leben tragisch ernst zu nehmen ist oder doch besser als Farce verstanden wird.“ Artur, angehender Mediziner, kommt mit der hedonistischen, hippieesken Lebensart seiner Eltern nicht mehr zurecht und beginnt seine persönliche Konterrevolution: „Ich sehe hier starke Parallelen zu unserer Zeit“, erklärt Rahel Wusterack, die versucht hat, das Stück in eine zeitlose Gegenwart zu heben, „unsere Gesellschaft ist viel offener und liberaler, aber viele Jugendliche flüchten in eine biedere Neo-Bürgerlichkeit mit Heirat, Einfamilienhaus und Bausparvertrag.“

Schon bald merkt Artur aber, dass „die Welt nicht durch die Form alleine erlöst“ werden kann. „Die Hochzeit mit seiner Cousine, die er als Begründung der neuen Ordnung empfindet, verliert auf einmal ihre Bedeutung.“ Eine neue Idee muss her, doch alle Chancen auf ein Happy End werden gezielt zerstört und zerredet. „Wir haben das Stück auf etwa zweieinhalb Stunden mit Pause gekürzt“, sagt die Regisseurin noch zum Abschied, und es gebe auch viele absurde und komische Momente darin, obwohl das Ende doch ziemlich desillusionierend daherkommt. Aber um Fragen zu beantworten, ist ein Theater bekanntlich nicht gemacht.

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