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Kultur Frei.Wild: Harmonie und Heimat für die Fan-Familie
Nachrichten Kultur Frei.Wild: Harmonie und Heimat für die Fan-Familie
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07:10 10.04.2016
Von Jörg Meyer
Die Band Frei.Wild wurde in der Sparkassenarena von rund 6000 Fans umjubelt. Quelle: Björn Schaller
Kiel

Der erste Eindruck
Auch bei Frei.Wild wird manches heißer gekocht, als es dann routiniert abgefrühstückt wird. Insofern findet man die Vorurteile gegenüber der Band zunächst nicht bestätigt. Eigentlich ein ganz normales Rockkonzert der härteren Gangart, wie man es auch von Wacken kennt – inklusive Pogo, Springen, gereckter Teufelskralle und reichlich Bier als Treibstoff.
 
Das Programm
... ist ebensowenig ein wirklicher Aufreger. Die Texte wirken fast schon weichgespült, hinter manchem Schafspelz lugt aber doch ein zumindest Wölfchen hervor, das sich trefflich mitgröhlen lässt, wenn es gegen die angeblich intoleranten Gegner der Frei.Wilderer bellt. Musikalisch röhrt und rattert die Band ihren soliden Punk eingängig herunter.
 
Das Publikum
... erweist sich als textsicher. Nicht nur die Refrains, sondern fast jede Zeile wird frenetisch mitskandiert. Man verbrüdert sich im gemeinsamen Rausch, derselben „Familie“ anzugehören, zumal wenn Sänger Phillip Burger den Fans ausdrücklich dankt, „trotz aller Widerstände treu zu uns zu stehen“. Markige Aufdrucke auf den T-Shirts wie „SIEGER stehen da auf, wo VERLIERER liegen bleiben!“ wirken angesichts mancher „Milchbubis“, die darin stecken, eher harmlos.

Hier sehen Sie Bilder vom Frei.Wild-Konzert in der Sparkassen-Arena in Kiel.

Was in Erinnerung bleibt
Kommt er dann doch noch durch die (Bier-) Blume, der „Lügenpresse“-Vorwurf? „Du siehst nicht so aus, als wärest du einer von uns“, sagt dem Rezensenten ein junger Fan. „Aber ich vertraue dir, dass ich in der Zeitung keinen Blödsinn lese. Hand darauf?“ Jawoll!
 
Fazit
Viel Vorab-Lärm um fast nichts. Die rechte Gefahr lauert woanders, nicht bei Frei.Wild. Wohl aber in einer Grundstimmung von sich zu kurz gekommen Fühlenden, die das Angebot einer Heimat und Gemeinschaft, in der „die Feinde deiner Feinde“ zu Freunden werden, willig annehmen. Frei.Wild eröffnen damit, wenn auch ungewollt – und das darf man ihnen glauben –, manche Flanke nach rechts.

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