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Kultur Sido & Savas: Audienz der Hip-Hop-Könige
Nachrichten Kultur Sido & Savas: Audienz der Hip-Hop-Könige
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18:34 12.05.2018
Von Gunnar Müller
Sido und Kool Savas bei ihrem Konzert am Kalkberg in Bad Segeberg. Quelle: Claus Harlandt
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Bad Segeberg

Der erste Eindruck

Bässe, Beats und Raps der Extraklasse: Wie Yin und Yan traten Sido in Weiß und Kool Savas in Schwarz und Kapuze weit übers Gesicht gezogen auf die Bühne, wo sich sonst Cowboys und Indianer bei den Karl-May-Spielen bekriegen. Während Sido von Anfang an den lustigen Geschichtenerzähler gab und mit dem Publikum scherzte, setzte der King of Rap die Punchlines und gab dem Konzert ein Stück Härte.

Das Programm

"20 Jahre haben wir nebeneinander Musik gemacht", sagte Kool Savas. Doch erst vor Kurzem zogen sich beide ganz geheim nach L. A. zurück und nahmen mit "Royal Bunker" eine Kollabo auf, die als Album funktioniert, weil "jeder sein Ego zu Hause gelassen hat" (Savas). Mit dem Titel kehren beide zum "Royal Bunker" in Berlin zurück, wo für sie vor zwei Jahrzehnten - je unterschiedlich - ihre Karrieren begonnen haben. Das Konzert war so eine Mischung aus neue entstandenen Songs, als auch "Mein Block", der "Arschficksong" oder "Lutsch meinen Schwanz" und "King of Rap".

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Das Publikum

Dass die beiden mittlerweile Mainstream geworden sind, konnte man auch am Publikum sehen. Viele davon sind mit ihren Enddreißiger- (Sido) und Mittvierziger-Helden (Savas) mitgealtert. Manche davon brachten ihre Kinder mit (oder umgekehrt), sodass das "Royal Bunker"-Konzert für jeden etwas bot. Und bei alledem feierten die 3500 Fans friedlich ihre Idole. Rapper-Klischee nicht erfüllt. 

Was in Erinnerung bleibt

Die Feuershow, der 50-Euro-Schein-Regen (mit dem Konterfei der beiden) zu "Fuffies im Club". Und: Bei der Zugabe (davon forderte das Publikum gleich zwei) tauschten Sido und Kool Savas ihre Rollen: Sido trat mit rotem Krönungsmantel und Krone auf - Savas mit Maske im Gesicht, die Sido zu Beginn seiner Karriere ("Mein Block") lange Zeit trug. Zwei, die sich gut ergänzten.

Bewertung

4 von 5

Fazit

Manche Kritiker bemängeln das neue Album als Etikettenschwindel. Und auch Savas rappt "Kingmodus durchgespielt". Was dabei aber oft so derbe klingt, ist mit einem Augenzwinkern zu verstehen. Und auf der Bühne zeigen die beiden, wie sie auch mit Tausenden Besuchern eine intime Atmo herstellen können - und selbst nicht ganz so Rap-affine Besucher zwei Stunden unterhalten: "Ab und zu böse, manchmal auch schmutzig, einfach nur blöd oder unfassbar lustig."

Hier sehen Sie Bilder vom Sido-und-Kool-Savas-Konzert.
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