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Kultur Coverband mit Stallgeruch
Nachrichten Kultur Coverband mit Stallgeruch
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09:03 21.06.2018
Von Kai-Peter Boysen
Überraschung beim Auftritt der legendären schottischen Folkrockband Big Country: Simple-Minds-Bassist Derek Forbes zupfte den Viersaiter, rechts Simon Hough. Quelle: Kai-Peter Boysen
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Kiel

Der erste Eindruck

Da man noch nichts von dem Plan weiß, hält man den Opener „Waterfront“ der Simple Minds noch für eine freundliche Reminiszenz an die Stadt und den Auftrittsort nahe dem Wasser.

Die Musik

Wer sich auf ein reines Big-Country-Konzert gefreut hat (und das sind einige), macht nach dem dritten Simple-Minds-Song in den ersten zwanzig Minuten ein langes Gesicht; Sänger Simon Hough löst dann das Rätsel und stellt Derek Forbes am Bass vor. So hört man im Wechsel Songs von Big Country wie „Chance“ mit dem typischen Steeldrum-Gitarrensound und Hits der anderen schottischen Band wie „Someone Somewhere (In Summertime)“. Da auch Brian McNeil von China Crisis am Keyboard dabei ist, findet auch noch deren größter Hit „Wishful Thinking“ seinen Platz im Set.

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Das Publikum

Big-Country-Puristen sind, wie eingangs erwähnt, nicht übermäßig begeistert; Andere hingegen, die einfach nur mal ein bisschen in Erinnerungen an Hits der Jugend schwelgen wollen, nehmen die Band- und somit Programmkonstellation wohlwollend zur Kenntnis und so wird das „La-lalala-lala-lalala“ des abschließenden „(Don’t You) Forget About Me“ aus vollem Halse mitgesungen.

Was in Erinnerung bleibt

Big Country hatten lange damit zu kämpfen, dass es niemandem so recht gelang, in die Fußstapfen ihres charismatischen, 2001 verstorbenen Sängers Stuart Adamson zu treten. Mit Simon Hough ist ein Mann gefunden, der es stimmlich schafft, Songs wie „Wonderland“ oder „In A Big Country“ authentisch zu interpretieren.

Fazit

So schön es auch ist, ein Gründungsmitglied der Simple Minds zu erleben, so richtige Konzertatmosphäre kommt nicht auf, wenn man tief verwurzelte pulsierende Rocksongs und Balladen mit doch eher getragenen Synthiepopsongs mischt. Und Coverbands gibt es auf der Kieler Woche genug, wenn auch nicht mit diesem Stallgeruch.