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Kultur Sonne mit Bondage Fairies und Pöbel MC
Nachrichten Kultur Sonne mit Bondage Fairies und Pöbel MC
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09:31 20.05.2018
Von Thorben Bull
Bondage Fairies aus Schweden lieferten tanzbares. Quelle: Michael Kaniecki
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Kiel

Der erste Eindruck

Mit dem Opener „Zeta Reticuli“ spielten Bondage Fairies zu Beginn eines ihrer bekanntesten Lieder, legten mit „Bat Wings“ druckvoll nach und machten sich dazu durch ihre eigenwilligen Masken auch optisch interessant. Pöbel MC hingegen legte mit „Dawai Dawai“ den Grundstein für seine dann folgende, selbsternannte „Pöbel-Pädagogik“, die „Pflichtteil jeder akademischen Grundausbildung“ sei. Aha.

Die Musik

Der bunte schwedische Vierer polterte munter mit Pop-Punk, angereichert mit ihrem Markenzeichen: elektronische Melodien, die den Klang von Soundchips von C64-Computern imitieren. Pöbel MC ließ sich von DJ Flexscheibe mit soliden Beats unterstützen, um seinen zuweilen atemlos abgefeuerten Punchlines zusätzlichen Druck zu verleihen.

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Das Publikum

Da die letzten Sonnenstrahlen des Tages weiter weg von der Bühne einzufangen waren, ließen sich die meisten Besucher mit Abstand beschallen. Bondage Fairies konnten – wohl ob der besseren Tanzbarkeit - etwas mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen als Pöbel MC. Allerdings waren auch so manche Kenner der Künstler unter  den Gästen, was die Bondage Fairies mit „Vielen Dank, ihr schönen Deutschen“ und Pöbel MC mit „Schön, lasst uns die interaktive Laune ausbauen“ honorierten.

Was in Erinnerung bleibt

Mit seiner unausgebildet und unreif wirkenden Stimme würde Bondage Fairies Sänger Elvis Creep bei Gesangswettbewerben sicher keinen Blumentopf gewinnen. Durch die gewisse Hemdsärmeligkeit der Stockholmer könnte aber auch Kalkül dahinter gesteckt haben. Pöbel MC changierte seinerseits zwischen „intellektuellem Gelaber“ und „Battle-Scheiß.“

Fazit

Zu gleichen Teilen funktionierten die Auftritte der Künstler sowohl als Begleitmusik für die Sonnengenießer und je nach Geschmack als Bühnenmagnet. Sicher haben für eine ausgelassene Stimmung noch einige Besucher gefehlt, allerdings machten die paar hundert, die gekommen waren, das 3. Campus Festival zu einer entspannten und friedvollen Veranstaltung. Außerdem wurde mit dem Untertitel „contre le racisme“ ein Statement gegen Ausgrenzung und Diskriminierung gesetzt.

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