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Kultur Die Stimmbänder haben auch gehalten
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07:56 04.05.2019
Von Thorben Bull
Kapuze ab und redselig vom ersten Moment an. Mehrmals fragte Curse alle Ecken des Saals ab, ob es denn gute ging.  Quelle: Michael Kaniecki
Kiel

Der erste Eindruck

Kapuze ab und redselig vom ersten Moment an. Mehrmals fragte Curse alle Ecken des Saals ab, ob es denn gute ginge und rief zugleich das Ziel des Abends aus. Möglichst viele Besucher sollen nach den 90 Minuten Spielzeit den Saal mit den Worten „Ja, Mann, mir geht es gut“ verlassen. Der Opener „Wer weiß, wie viel Zeit uns noch bleibt“ war da schon ein vielversprechender Anfang.

Die Musik

DJ GQ legte nicht nur mehrere Tracks vom aktuellen Album „Die Farbe von Wasser“ auf, sondern auch viele Klassiker: „Was ist“ vom Debütalbum „Feuerwasser“, „Denk an mich“ von der zweiten Langrille „Von Innen nach Außen“ oder „Widerstand“, um nur einige zu nennen. Curse sorgte somit für viel Hip-Hop-Nostalgie. Zudem schien sein Markenzeichen, die oftmals selbstreflektierten und auf Probleme des Lebens bezogenen Texte, stets durch.

Das Publikum

So mancher Gast wird sicherlich, auch am Altersdurchschnitt gemessen, der alten Zeiten wegen zum Konzert des 40-jährigen gekommen sein. Trotzdem wurden auch die neueren Nummern zeitweise lautstark begleitet. Vor allem die gute Laune und Redseligkeit von Curse stellte fix einen Draht zur Meute her. Wie ein Familientreffen, wenn man so will. Befremdlich wirkte hier absolut nichts.

Was in Erinnerung bleibt

Curse machte vor nicht allzu langer Zeit eine Lebens- und Sinnkrise durch, die bewirkte, dass er Buddhist wurde und eine Ausbildung zum Yogalehrer absolvierte. Von diesen Erfahrungen zehrend, konnten bei mancher Anmoderation der Songs schon mal ein paar Minuten mit Sätzen wie „Freiheit bedeutet sich selbst zu erfüllen und nicht die Erwartung anderer Leute“ vergehen. Gefolgt von einem kleinen philosophischen Vortrag über die Frage „Bin ich gut genug?“ Derart viel Input zum Thema Selbstfindung hätte man bei einem Hip-Hop Konzert nicht erwartet.

Fazit

Curse ließ keine Wünsche offen. Interaktion mit dem Publikum, neue Songs sowie mehrere Klassiker und Stoff zum Sinnieren generierten durchweg positive Stimmung. Ach ja, dass er immer noch ein begnadeter Rapper ist, bewies er nicht nur einmal – und die Stimmbänder haben auch gehalten.

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