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Kultur Joris tröstet die Fußball-Fans
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07:31 18.06.2018
Von Christin Jahns
Foto: Joris begeisterte das Publikum an der Hörn-Bühne mit einer Mischung aus Radiohits und leisen Tönen.
Joris begeisterte das Publikum an der Hörn-Bühne mit einer Mischung aus Radiohits und leisen Tönen.  Quelle: Frank Peter
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Kiel

Der erste Eindruck

Joris Ramon Buchholz wirkt bescheiden. Wie man ein Publikum für sich gewinnt, weiß der 28-Jährige dennoch ganz genau. Der sympathische Künstler strahlte auf der Hörn-Bühne vom ersten Moment an eine unglaubliche Präsenz aus, appellierte nach dem Spiel gegen Mexiko an die geschundenen Fußball-Seelen, die letzten drei Stunden einfach zu vergessen - und war selbst 90 Minuten lang voll und ganz beim Kieler Publikum.

Die Musik

Leise intimes Songs im Wechsel mit kraftvollen Stücken und Lieder zum Mitsingen: Mit tiefgründigen Hymnen wie „Im Schneckenhaus“ forderte Joris sein Publikum, sorgte auf der anderen Seite mit Radiohits wie „Bis ans Ende der Welt“ und „Sommerregen“ aber dafür, dass niemand auf den Gedanken kam, vorzeitig auszusteigen. Seinen größten Hit „Herz über Kopf“ spielte Joris ganz zum Schluss als Zugabe, inklusive lautstarkem Kieler Chor und einigen Extrastrophen.

Das Publikum

Menschenmassen wie bei Kontra K suchte man zwar vergeblich, gut gefüllt war das Gelände vor der großen Hörbühne aber allemal. Das Publikum erlebte einen Sänger, der mitriss, Emotionen weckte und sich auch nicht scheute, an der einen oder anderen Stelle mal politisch zu werden. Als der 28-Jährige gleich zu Beginn „Bis ans Ende der Welt“ anstimmte, ließ das Echo nicht lange auf sich warten und vom Schulkind bis zum Mitfünfziger wippte und klatschte jeder mit.

Was in Erinnerung bleibt

Als Joris das Publikum bei „Sommerregen“ aufforderte, die Augen zu schließen, kam ein Großteil des Publikums dem gerne nach, legte das Handy zur Seite und umarmte anschließend auch noch den Nachbarn bevor ausgelassen gesprungen werden durfte. Aber auch bei weniger bekannten Songs blieb das Publikum dabei, hörte zu und eroberte damit das Herz des Sängers, der gleich mehrmals aufrichtig gerührt schien.

Fazit

Mal leise und nachdenklich, dann wieder laut, schnell und mit vollem Band-Einsatz: Joris beherrscht die volle Bandbreite und beweist dem Kieler Woche Publikum, dass er mehr ist als „Herz über Kopf“. Das macht Lust auf mehr. 

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