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Kultur Komik und Kriminologie im Doppelpack
Nachrichten Kultur Komik und Kriminologie im Doppelpack
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09:35 30.09.2018
Von Dieter Hanisch
Krimi live: Die Lesung von Roland Jankowsky im Kulturforum. Quelle: Björn Schaller
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Kiel

Erster Eindruck

Einen kleinen runden Tisch, einen Stuhl, eine Stehlampe, einen Mikroständer mit Mikro und ein Glas Wasser, mehr benötigt der 50-jährige Kölner nicht, um seine Performance anzubieten. Dazu kommen sechs Bühnenscheinwerfer. Spartanische Minimalistik.

Das Publikum

Der TV-Serien-Hauptdarsteller („Wilsberg“/ZDF) lockt Besucher aller Altersstufen oberhalb von 30 in seine Lesung. In der Pause und am Ende scharen sich alle um ihn, wollen Autogramme und Selfies, die er bereitwillig anbietet.

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Das Programm

Jankowsky hat sich vier Kurzgeschichten herausgesucht. Die Autoren der Bücher wie zum Beispiel den Schleswig-Holsteiner Jan Schröter oder die 2016 verstorbene Erika Kröll sind keine klassischen Bestseller, bekommen durch seine Präsentation aber vielleicht eine gebührende Aufmerksamkeit. Das Erzählungsmuster ähnelt sich jedes Mal: Auf Blut und Schmerz, Mord und Suizidversuch folgt am Ende eine unerwartete Pointe.

Was in Erinnerung bleibt

Die Verve, mit der „Wilsberg“-Rollenfigur Kommissar Overbeck, also Jankowsky, seinen gelesenen Protagonisten eine Lebendigkeit einhaucht, und Besucher, die Lachsalven am laufenden Band produzieren, als seien sie Gast eines Comedy-Auftritts.

Fazit

Für einen Krimi als Nervenkitzel oder Entspannungsprogramm muss man nicht zwangsweise auf die TV-Fernbedienung zurückgreifen oder sich ein Buch bezieungsweise Hörbuch zu Gemüte führen. Jankowsky live bietet eine wunderbare Alternative.