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Kultur Nichts wurde durch die Blume gehaucht
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08:01 28.04.2019
Von Thorben Bull
Eigenwillig die Art der Kommunikation von Swiss mit dem Publikum. „Wer hat sich zwei Wochen nicht gewaschen?“, wollte der Frontmann wissen. Da gingen nur verhaltend einige Hände hoch. Quelle: Michael Kaniecki
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Kiel

Der erste Eindruck

In welche ausgelassene Richtung es gehen sollte, machte die kurze Begrüßungsrede von Frontmann Swiss deutlich: „Ich habe extremen Kater von gestern, habe ihn aber mit Alkohol und Tabletten bearbeitet, damit wir heute den Laden hier in Grund und Boden stampfen können.“

Die Musik

Einen Hinweis auf die musikalische Sozialisation von Swiss und Die Andern gab der aus der Konserve servierte Intro-Song „Rollin“ von der us-amerikanischen Rap-Metal-Kapelle Limp Bizkit, zu dem die Hamburger die Bühne stürmten, um dann mit dem eigenen Opener „Einz Einz Zwei“ sofort mächtig auf den Grölfaktor zu setzen.

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Dadurch, dass die Band einmal mehr auf dieselben Songstrukturen baute, wirkte ihr Crossover-Punkrock allerdings leicht angestaubt. Die Soundidee keinesfalls neu, riss sie dennoch das Gros im Saal mit.

Das Publikum…

…feierte vor allem unmittelbar im vorderen Bereich hüpfend und rangelnd nahezu unermüdlich zu den dröhnend-wuchtigen Songbrettern und sang stets tüchtig mit. Textsicherheit vorausgesetzt.

Was in Erinnerung bleibt

Eigenwillig die Art der Kommunikation von Swiss mit dem Publikum. „Wer hat sich zwei Wochen nicht gewaschen?“, wollte der Frontmann wissen. Da gingen nur verhaltend einige Hände hoch.

Als der Sänger mit Hip-Hop-Vergangenheit passend zum Tourtitel „Randalieren für die Liebe“ einen Heiratsantrag moderierte, gratulierte er anschließend ebenfalls sonderbar: „Mega-spießig, Heiraten und so, wer es braucht.“ Durch die Blume wurde an diesem Abend eben nichts gehaucht.

Fazit

Der Schlüssel für das vorherrschende Gemeinschaftsgefühl war sicherlich, dass sich Band und Fans auf die System- und Staatskritik in den Songs verständigen konnten. Dadurch lud sich die Energie zwischen ihnen immer mehr auf.

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