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Kultur TSOL rockten die Schaubude in Kiel
Nachrichten Kultur TSOL rockten die Schaubude in Kiel
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08:13 23.07.2018
Von Thorben Bull
Sänger Jack Grisham und seine Band waren in Kiel.  Quelle: Michael Kaniecki
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Kiel

Der erste Eindruck

Erst nach dem fünften Song meldet sich Grisham zu Wort, empfindet es „like in a living room“, gerät kurz ins Plaudern, dann möchte er am liebsten mit keinem mehr reden und die restlichen Songs einfach herunterspielen. Die Punk-Attitüde ist seit Gründung 1979 ungebrochen. 

Die Musik

Der Vierer aus Huntington Beach schmirgelt temporeich wie hektisch und trotzdem melodisch die Trommelfelle ab. Roh und ungehobelt direkt aus der Übungsgarage. Jack Grisham singt mehr schlecht als recht, vielmehr spricht er vor allem in den Strophen die Texte ins Mikro, gibt sich erst in den Refrains richtig Mühe.

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Das Publikum

Normalerweise ist es Jack Grisham gewohnt vor einem großen "bunch in a row" zu spielen. In der Kieler Schaubude bilden die erschienenen Fans zwar ein kleineres Rudel, was dem Sänger der kalifornischen Punk-Legenden aber nicht seinen Humor vergessen lässt. Grisham witzelt mit seinem Bassisten Mike Roche, ob sie eigentlich dieselbe Setlist vor sich liegen haben und reagiert auch auf einzelne Songwünsche aus dem Publikum, um sie dann mit breitem Grinsen abzulehnen.

Was in Erinnerung bleibt

Mit einem der stärksten Songs liefern TSOL melancholische Momente in einem vergleichsweise wesentlich beruhigteren Sound. „Strange World“ widmet Grisham seinen an einer Drogenüberdosis verstorbenen Neffen. 

Fazit

TSOL sind authentisch. Eine Band, die einen Teufel tun würden und der guten alten Zeit hinterher trauern. In ihren Songs holen sie sie zurück. Jack Grisham ist zudem ein sich zwar leger gebender, aber unterhaltsamer Frontmann, der gerne mal seinem Schandmaul freien Lauf lässt. Die fetten Jahre sind vorbei, doch echte Punks juckt das eben nicht.