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Kultur Wall of Folk bei Fiddler's Green im Max
Nachrichten Kultur Wall of Folk bei Fiddler's Green im Max
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09:31 10.06.2018
Von Thorben Bull
Irish Speedfolk vom Feinsten: Fiddler's Green hatten den Fuß im Max Nachttheater sofort auf dem Gaspedal. Quelle: Michael Kaniecki
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Kiel

Der erste Eindruck

Den Fuß sofort auf das Gaspedal und dabei alles drin im Irish Speedfolk des Sextetts: das Tempo des Punk, die Wucht des Rock und die Sehnsucht des traditionellen Folk samt in Melancholie getränkter Momente. Die ersten fünf Songs, darunter die Single „Down“ der aktuellen Platte „Devils Dozen“, riss die Band kommentarlos ab.

Die Musik

Das Uptempo dominierte die Songs, wobei Fiddler's Green aber auch Ausflüge zum Ska („We Don’t Care“) wagte oder mit Schunkelnummern wie „Greens and Fellows“ auf die Bremse trat. Prägend bei allen Songs waren die charakteristischen Geigen-Melodiebögen von Tobias Heindl. Etwas schade, dass der zuweilen lärmende Sound Feinheiten wie die Mandoline von Sänger Ralf Albers oder das Banjo von Par Prziwara unter sich begrub.

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Das Publikum…

…ließ vor allem in den vorderen Reihen keine Möglichkeit zur körperlichen Ertüchtigung liegen. Hüpfen, Springen, Pogo, Circle Pit, Armeschwenken und das spezielle Fiddler's Green Ritual, die „Wall of Folk“, sorgten für Tanzschweiß in Bächen. Zudem war das Band zwischen den Speedfolkern und ihren Anhängern jederzeit greifbar.

Was in Erinnerung bleibt…

...ist der künstlerisch wertvolle und minutenlange Instrumentalpart von Schlagzeuger Frank Jooss und Violinist Heindl. Ebenso war der mit Plastikbechern interpretierte Irish Pub Cup Song „John Kanaka“ eine witzige Überraschung. Auch, weil die Herren sich verspielten und nur noch schwer aus dem Lachen wieder herauskamen.

 Fazit

Eine bestens aufgelegte Band lieferte druckvoll ab und hinterlässt zufriedene Gesichter. Die Setlist bot Abwechslung und viele partytaugliche Songs. Lückenfüller wie „Another Spring Song“ oder der gescheiterte Versuch, hip zu klingen („Bottoms Up“) blieben zwar nicht aus, trübten das stimmige und fröhliche Gesamtbild aber nicht ein.

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