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Kultur Y’akoto: Die Farben der Seele
Nachrichten Kultur Y’akoto: Die Farben der Seele
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11:34 29.06.2019
Von Kai-Peter Boysen
Y’akoto live auf der Bühne der Freilichtbühne Krusenkoppel. Quelle: Manuel Weber
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Paris

Der erste Eindruck

Zuerst betritt die vierköpfige, eigens aus Paris angereiste Band die Bühne und Drummer Matthieu setzt die Groove-Maschine in Gang. „Take Him Back“ heißt der dazu gehörige Song, in den Y’akoto kurze Zeit später sanft einsteigt.

Die Musik

„Mögt ihr Soulmusik?“ fragt Y’akoto noch zu Beginn, die Antwort ist natürlich „Ja“.  Sie selbst bezeichnet ihre Musik gern als Soul-Seeking-Music, als einen Prozess, der quirlige Klänge wie „Moving“ hervorbringt, akustischer Soul-Pop wie „Walk The Line“ oder auch eine Pianoballade wie „Fool Me Once“ sein kann. Ihr Programm ist so bunt wie das aktuelle Album „Mermaid Blues“, aus dem die meisten Songs des Abends stammen. Y’akoto ist viel in Bewegung, tanzt, macht große Schritte und Gesten, um jedem Zuschauer im Rund nah sein zu können. Und das gelingt zunehmend dank ihrer in den Tiefen der Seele aufgeladenen Stimme und den unwiderstehlichen Rhythmen der stark afrikanisch geprägten Musik von Gitarre, Keyboard, Bass und Schlagzeug; allesamt von Spitzenmusikern gespielt.

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Das Publikum

Die letzten trudeln ein, als Y’akoto bereits begonnen hat und erstmal sitzt man. Die Stimmung ist dennoch locker; als Y’akoto ein „Ihr seht gut aus“ ins Rund ruft, schallt es postwendend „Du auch!“ zurück. Trotz großem Applaus will der Bewegungsfunke noch nicht so ganz überspringen, die Pause nach knapp 40 Minuten trägt auch nicht dazu bei, das zu ändern. Nach der Pause jedoch merkt man, dass Y’akoto mit Band und die 1350 Zuschauer bereit sind, an der Beziehung zu arbeiten. Es dämmert, es wird funky, es wird soulig und nur dort leise, wo es angebracht ist, nämlich als Y’akoto ihr Projekt gegen häusliche Gewalt in Ghana vorstellt. Vor der Bühne bildet sich ein Tanzpit, auf den Rängen stehen die Menschen (na gut, ein paar sitzen einfach lieber) und tanzen, klatschen und feiern diese bemerkenswerte Künstlerin.

Was in Erinnerung bleibt/Fazit

Y’akoto ist ausgebildete Tanzpädagogin und das muss man wohl auch mindestens sein, um auf solchen Absätzen so elegant über die Bühne zu tigern und dabei das Publikum so erfolgreich zur Bewegung zu animieren. Pädagogisch und natürlich musikalisch wertvoll.

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