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Kultur Italienische Vielfalt in 16 Positionen
Nachrichten Kultur Italienische Vielfalt in 16 Positionen
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13:29 14.06.2019
Von Sabine Tholund
Junge Künstler aus Italien: Lazlo Passi Noberto und Tania Brassesco in der Stadtgalerie. Quelle: Marco Ehrhardt
Kiel

Die Ausstellung zum Kunstpreis „Premio Fondazione VAF“ wurde im Frühjahr im Mart in Rovereto eröffnet, nun ist die Stadtgalerie Kiel zweite und letzte Station der Schau.

Im Foyer "Unter Beschuss"

Im Foyer läuft als Appetithappen das Video einer eindringlichen Performance – in der Ausstellung ist dafür ein eigener Raum reserviert. Man sieht eine Frau, auf deren Körper ein Laserpunkt gerichtet ist. Die Frau folgt dem leuchtenden Punkt mit den Augen – interessiert, amüsiert, irgendwann ängstlich verstört. "Unter Beschuss" nennt Silvia Giambrone die symbolträchtige Arbeit, für die sie mit dem Hauptpreis (15.000 Euro) ausgezeichnet wurde. Die Anerkennungspreise (5000 Euro) gingen an die Maler Emanuele Giuffrida und Michele Parisi. Der eine schafft Szenen beklemmender Leere mit den Mitteln eines akribischen Realismus’, der andere lässt seine nach Fotografien gemalten (Stadt)Landschaften hinter einem transparenten Farbschleier nahezu verschwinden.

Künstlerische Techniken in große Bandbreite 

Insgesamt 18 Künstlerinnen und Künstler sind mit 16 Positionen an der Schau beteiligt und es ist eine Freude, in all die verschiedenen Bildwelten einzutauchen. Mit Malerei, Fotografie, Video- und Objektkunst, Installation und Performance ist eine große Bandbreite künstlerischer Techniken vertreten und jede Arbeit trägt eine markante Handschrift. Da gibt es zarte Fantasieobjekte aus Federn und Holz, deren naturnahe Ästhetik von schutzbedürftiger Zerbrechlichkeit erzählt.

Premio Fondazione VAF: Aktuelle Kunst aus Italien in der Stadtgalerie Kiel

Klimawandel und irdische Begrenztheit

Woanders geht es um den sukzessiven Verlust des Farbspektrums von Regenbögen infolge des Klimawandels – ein wissenschaftlich bestätigtes Phänomen, dargestellt anhand von Fotoaufnahmen auf transparenten Scheiben. Um die irdische Begrenztheit des Menschen geht es im Video von Nina Carini, die in den Sand am Flutsaum eines Strandes ein Zitat aus einem Rilke-Gedicht schreibt, das von der Brandung nach und nach ausgelöscht wird. Stille Poesie liegt auch in der Arbeit von Susanna Pozzoli. In 30 Detailaufnahmen hat sie Teile des Interieurs aus dem Wohnhaus der Surrealistin Meret Oppenheimer fotografiert, um dem „besonderen Geist“ des Hauses nachzuspüren.

Immer wieder "überraschend neu inszeniert"

Klaus Wolbert, geschäftsführender Vorstand der Stiftung VAF und langjähriger Direktor des Instituts Mathildenhöhe/Darmstadt, zeigt sich von der Präsentation äußerst angetan: „In Kiel werden die Ausstellungen immer wieder überraschend neu inszeniert, so dass jede Arbeit auf ganz eigene Weise zur Geltung gebracht wird“. Zum 6. Mal seit 2008 ist die Stadtgalerie Gastgeber dieses quicklebendigen Ausstellungsformates, das wie immer auf ein übergeordnetes Thema verzichtet. „Wir wollen zeigen, was die jungen Künstler beschäftigt“, so Wolbert. Der Begriff „jung“ ist klar definiert: Kein Künstler darf das 40. Lebensjahr überschritten haben – entsprechend bewegt sich das Altersspektrum der Teilnehmer zwischen 23 und 39 Jahren.

Ein aufwendiges Auswahlverfahren

Mag sein, dass 16 Positionen kaum ausreichen, um ein repräsentatives Bild der aktuellen Kunstszene zu zeichnen. Doch die international besetzte Fachjury macht es sich traditionell nicht leicht. So bereiste man auch im Vorfeld dieser Schau das Land von Bozen bis Bari, um mehr als 80 Künstler und Künstlerinnen in ihren Ateliers zu besuchen und kennenzulernen. Ein aufwendiges, gewissenhaftes Auswahlverfahren. Das Resultat ist so facettenreich wie sehenswert.

Andreas-Gayk-Str 31. Eröffnung heute, 19 Uhr. Bis 1. September. Katalog 25 Euro (während der Ausstellung 20 Euro) Di, Mi, Fr 10-17, Do 10-19. Sa+So 11-17 Uhr. Führungen Do, 17 Uhr, sowie nach Vereinbarung. Eintritt frei.

Kunstpreis mit Brückenfunktion

Der Kunstsammler Volker Feierabend verbrachte sein Berufsleben in Italien und lebt seit Jahrzehnten in Mailand. 2000 gründete er mit seiner Frau Aurora die Stiftung VAF (Volker und Aurora Feierabend), die sich ausschließlich italienischer Kunst widmet. Seit 2003 wird der Kunstpreis „Premio Fondazione VAF“ alle zwei Jahre an junge italienische Künstlerinnen und Künstler verliehen. Mit 15000 Euro dotiert, ist er zudem mit dem Ankauf eines Werkes verbunden. Ziel des von einer Ausstellung begleiteten Preises ist es, innovative Positionen aktueller italienischer Kunst zu fördern und eine Brücke zwischen Italien und Deutschland zu bauen. So wird die Schau zum „Premio Fondazione VAF“ jeweils in einer Kunstinstitution in Italien und Deutschland gezeigt und ist zum 6. Mal in der Kieler Stadtgalerie zu Gast.

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