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Kultur Glücksklee von der grünen Insel
Nachrichten Kultur Glücksklee von der grünen Insel
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10:02 30.05.2018
Von Jörg Meyer
Fil Campbell & Tom McFarland spielten live im Kulturforum. Quelle: Manuel Weber
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Kiel

Mit „I Want Some Sunshine In The Rain“ eröffnen Sängerin und Gitarristin Campball und Perkussionist und Sänger McFarland ihre Reise über die grüne Insel gefällig. Zwar wirkt Campbells Stimme nicht ganz auf intonatorischer Höhe. Dennoch ist die Kraft spürbar, die beide aus ihrer Heimat schöpfen. Campbell, die jeden Song mit einer kleinen Entstehungsgeschichte einleitet, empfand großes Heimweh nach der irischen Küste bei einem Aufenthalt in New York. Dort gibt es ein Haus, das aus Irland Stein für Stein auf einen Wolkenkratzer gesetzt wurde, von dem man „my own little isle so far away“ ganz deutlich sehe, Meeresrauschen und das ewige Grün inklusive.
Nicht anders auf der Hallig Hooge. In „Island Love“ erzählt das Duo die Liebesgeschichte eines alten Paares, das dort in einem gemeinsamen Grab liegt. Solch innige Geschichten seien so traurig, um uns „die Traurigkeit zu nehmen“.
Das Publikum ist im Kulturforum ob des Sommerwetters an zwei Händen abzählbar, doch singt es zwar nicht, doch summt die Refrains mit. Melodisch und harmonisch interessanter im Glücksklee-Reigen der Balladen ist „Ready For The Storms“. Da geht es tänzerisch wilder zu, wie wir es vom Irish Folk gewohnt sind.
Und dann wird das Duo durchaus politisch, wenn es konstatiert, dass es an der Zeit sei, „a little bit more together“ zu rücken. Im „Birds’ Song“ heißt es, dass wir wie die freien Vögel keine Grenzen mehr brauchen – auch nicht die neu errichteten durch den „Brexit“. „Wir haben unterschiedliche Federn und singen verschiedene Lieder. Doch wenn wir zusammen singen, sind wir vereint.“ – Glücksklee für Europa heute.

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