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Kultur Cannes 2019: Warten auf August Diehl
Nachrichten Kultur Cannes 2019: Warten auf August Diehl
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09:18 20.05.2019
Zusammen in Cannes: Die Schauspieler Valerie Pachner und August Diehl. Quelle: icture alliance / ZUMAPRESS.com
Cannes

Wo bleibt bloß August Diehl? Viel Prominenz haben die Deutschen dieses Jahr in Cannes ja nicht vorzuweisen, aber immerhin Diehl als Hauptdarsteller in einem Wettbewerbsfilm – gedreht von einem US-Regisseur. Aber na und? Filmfestspiele sind doch keine Fußballweltmeisterschaften, bei denen Nationen gegeneinander antreten.

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Kein Essen, kein Diehl

Noch ist Diehl nicht gesichtet worden beim obligatorischen Deutschen Empfang am Rande des Filmfestivals – bekannt als „German Films Cocktail“ und damit als jenes Zusammentreffen, bei dem es nichts zu essen gibt. „Am Flughafen in Nizza ist Diehl heute angekommen“, heißt es. Immerhin.

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Zeit also für ein Gläschen Wein im Park der mondänen Villa Rothschild, gebaut Ende des 19. Jahrhunderts für Betty de Rothschild, Witwe eines deutsch-französischen Bankiers. Das neue Berlinale-Dreamteam Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek ist schon eingetroffen im Partyzelt, Grüppchen von deutschen Filmförderern stehen herum – und da ist auch ein Model: Toni Garrn. Schauspielerin ist die Hamburgerin auch. In Cannes vertritt sie eine Parfummarke, die das Festival sponsert.

Echte deutsche Hollywood-Exporte sind übrigens auch mit ihren Filmen in der Stadt: der Schauspieler Udo Kier und der Regisseur Werner Herzog. Aber mit deren Erscheinen rechnet hier offenbar niemand.

Essen naht, aber Diehl bleibt fern

Jetzt gibt es doch noch eine Kleinigkeit zu essen: Vegetarische Mini-Burger schweben auf Tabletts in großer Höhe vorüber. Man könnte draußen ein bisschen unter Palmen wandeln, würde es nicht dauerregnen. War das im vorigen Jahr nicht auch schon so?

Die Deutschen haben wirklich Pech mit Cannes, nicht nur mit dem Wetter. Der letzte echte Knaller im Wettbewerb war 2017 Fatih Akins NSU-Drama „Aus dem Nichts“. Diane Kruger gewann die Schauspielerinnen-Palme.

Jetzt steht die neue German-Films-Geschäftsführerin Simone Baumann am Mikro: Ihre Rede klingt, als sei das hier eine Dependance des Eurovision Song Contests, so viele Ländernamen hängt sie aneinander. Baumann zählt die internationalen Koproduktionen beim Festival auf, in denen deutsches Geld steckt. Deutsches Geld kommt besser an als deutsches Kino.

Allein im Wettbewerb sind es fünf Produktionen – und eine davon ist Terrence Malicks Drama „Ein verborgenes Leben“, in dem August Diehl den von den Nazis ermordeten österreichischen Widerstandskämpfer Franz Jägerstätter spielt. 55 Prozent beträgt der deutsche Anteil. German Films hat nachgerechnet.

Draußen beim Fotoempfang, wo sich jeder, der will, in grellen Lampenschein ablichten lassen kann, tut sich was: Ist das jetzt endlich August Diehl? Nicht ganz, aber dafür Valerie Pachner, im Film Jägerstätters Ehefrau. Eine Frage, Frau Pachner, wann kommt ihr Kollege August Diehl? „Der war müde und ist wohl schon ins Bett gegangen.“ Na, dann gute Nacht.

Von Stefan Stosch / RND

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