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Kultur Alte Herren im Blues-Jungbrunnen
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15:03 12.02.2020
Von Dieter Hanisch
Die Climax Blues Band erschien im Bordesholmer Savoy vitaler denn je. Quelle: Dieter Hanisch
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Bordesholm

Denn die in die Jahre gekommene Herren beweisen, dass sie den Bandnamen der 1967 aus der Taufe gehobenen Combo weiter würdig vertreten, auch wenn schon kein Gründungsmitglied mehr dabei ist. Und doch betont Sänger Graham Dee, dass das jetzige Sextett Wert darauf legt, nicht nur in alter Band-Nostalgie zu schwelgen, sondern mit dem im Vorjahr veröffentlichten Album Hands Of Time ein attraktives neues Erscheinungsbild abgeben will.

Graham Dee ist das Gesicht der sechs Vollblutmusiker

Die Climax Blues Band 2.0 erscheint tatsächlich vitaler denn je. Das Gesicht der sechs Vollblutmusiker ist zweifellos Sänger Dee mit einer kräftigen bis manchmal in die tiefsten Bassregionen vordringenden Stimme, doch das Herz und die Seele bilden Keyboarder George Glover, der mit Bandeinstieg 1981 mittlerweile der Senior im britischen Sixpack ist, sowie der explosive Saxofonist Chris Aldridge. Glover, der sich mit Gitarrist Lester Hunt zusätzlich noch das hierzulande unbekannte Projekt „The Blues Hunt“ leistet, ist nicht nur ein Meister der Tasten, sondern kassiert auch für seinen jazzigen Scat-Gesang verdiente Aufmerksamkeit. Viel Beifall erhalten auch Neil Simpson am Tieftöner, der seinen fünfsaitigen Bass knurren und grunzen lassen kann, sowie der versierte Drummer Roy Adams.

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Dynamik, ob nun im Blues-, Funk- oder Swing-Gewand

Auf der Setlist tauchen natürlich mehrere Songs des neuen Albums auf, die wie etwa "Wrong Time" oder "Hard Luck" voller Dynamik stecken, ob nun im Blues-, Funk- oder Swing-Gewand. Dazu servieren sie mit "Louisiana Blues" von Muddy Waters und "Spoonful" von Willie Dixon Blues-Klassiker – der erste von beiden übrigens auch auf der 1971 veröffentlichten hochkarätigen CBB-LP "Tightly Knit" zu finden. Mit "Last Chance Saloon" erinnern Dee & Co. an den früheren Sänger und Saxofonisten der Band Colin Cooper, der 2008 bis zu seinem Krebstod letztes Gründungsmitglied gewesen ist. Schließlich ist es der elfte Titel des Abends, auf den alle gewartet haben: Der auch heute noch im Radio zu hörende Ohrwurm "Couldn’t Get It Right", der die Band 1977 bis auf Platz 3 der US-Charts brachte – in Bordesholm mit sakral angehauchtem Slow-Intro einmal ein wenig anders präsentiert.

Am Ende werden die Briten frenetisch bejubelt, worauf sie mit "Towards The Sun" als Zugabe noch einmal mit einem Boogie Woogie erster Güte aus dem bereits erwähnten Album "Tightly Knit" im Blues-Jungbrunnen laben. Vermisst wird von eingefleischten CBB-Fans eigentlich nur die Slide-Gitarre von Pete Haycock – das aber schon seit 1984.

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