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Kultur Video: Gitarrenlieder und der Ruf nach Freiheit
Nachrichten Kultur Video: Gitarrenlieder und der Ruf nach Freiheit
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20:00 16.04.2020
Von Christian Strehk
Liedermacher Frederik Kleinschmidt bei der Aufzeichnung in der Kundenhalle der Kieler Nachrichten. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
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Kiel

Das Lied "Der Künstler" ist ein typischer Fall für ein ganz aktuell entstandenes Stück mit eigenem Text und eigener Musik. Letztere schäle sich „aus einer leicht schrägen Klezmer-Melodie“ und strebe nach Auflösung, so der Gitarrist und Musikpädagoge Frederik Kleinschmidt.

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Corona: Liedermacher aus Rendsburg auf der KN-Bühne

Im Moment sind dem Liedermacher aus Rendsburg Publikum und Schüler abhandengekommen. „Und Gruppenunterricht über Skype oder Zoom funktioniert relativ schlecht“, so Kleinschmidt. Auf Förderung kann er kaum hoffen, da die gemeinsame Wohnung mit der Freundin als Bedarfsgemeinschaft gewertet wird. Und die ominösen Betriebskosten hat der völlig frei arbeitende Solo-Selbstständige auch nicht auszuweisen.

Das ist die KN-Bühne

KN-Bühne: So können Sie freie Künstler aus der Region unterstützen

Die KN-Bühne lädt von Di-So jeweils um 20 Uhr auf KN-online zur Vorstellung und bietet den vom Veranstaltungsverbot der Corona-Krise schwer betroffenen freien Künstlern eine Plattform.

Spenden für die Künstler sind erwünscht: auf dem Spendenkonto „KN hilft e.V.“ bei der Förde Sparkasse (Konto DE05 2105 0170 1400 2620 00). Die Spenden werden wöchentlich unter den auftretenden Künstlern aufgeteilt.

Am Freitag, 17. April 2020, um 20 Uhr auf der KN-Bühne: Schriftstellerin Martine Lestrat aus Kiel.

An bessere Zeiten erinnern

„Ich will aber auch nicht alles negativ sehen. Es ist immer gut, sich an bessere Zeiten zu erinnern“, sagt der Musiker, der deshalb den Song "Die verstrickten Welten" ins Zentrum seines Programms gestellt hat. Der spiegelt die Bedeutung des Reisens – so, wie Eindrücke auf Band-Tour in Frankreich und Deutschland auch für die eigene Biografie eine wichtige Rolle gespielt haben.

Gefragt wären "Bürgermeister der Liebe"

Gerne erkundet er zwischenmenschliche Spannungsfelder wie eine Auseinandersetzung zwischen Vater und Sohn (Echte Männer). Und von einem Bürgermeister der Liebe erhofft er sich ein anderes soziales Gefüge: „Regeln sind wichtig, aber es ist schön, sich eine Welt vorzustellen, in der nicht die Wirtschaft dominiert und das Geld regiert.“

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Die Bedeutung der älteren Generation

Deshalb hegt Frederik Kleinschmidt auch Sympathie für die alte Frau, die es zwar zu schützen gilt, deren Corona-Abschottung im Heim aber verhindert, dass sie wie gewünscht ans Meer laufen kann - und das, obwohl sie sich das Laufen gerade erst wieder schwer erkämpft hat. „Alles, was wir gelernt haben, haben wir von diesen Älteren gelernt. Schwierig, ihnen jetzt Steine in den Weg zu legen.“ 

Mit der Mundharmonika an das Akkordeon erinnert

Der 1992 in Itzehoe geborene Frederik Kleinschmidt bedauert, dass er diese Altersgruppe mit seinem Auftritt auf der medialen KN-Bühne möglicherweise nicht erreicht. Deshalb will er unter Fenstern von Altersheimen aktiv werden. Ohnehin empfindet er es als große Herausforderung, in der weitgehend leeren "Kundenhallen-Werkstatt“ keine unmittelbare Interaktion mit dem Publikum zu haben. Deshalb hat er auch sein Akkordeon, mit dem ihm einst sein Großvater die Welt der Musik eröffnete, zu Hause gelassen. Doch die Mundharmonika erinnert daran.

Diese Künstler standen auf der KN-Bühne - zu den Videos:

Freiheit zum Finale – und ein möglicher Dank

Den Abschluss bildet der Song Freiheit. Und Kleinschmidt hat auch schon eine Idee für die befreite Zeit nach Corona: Dann will er gerne in die Kundenhalle der KN zurückkehren und mit einigen anderen Künstlern aus der Reihe ein kleines Dankkonzert auflegen.

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Weitere Informationen zum Coronavirus erhalten Sie auf unserer Themenseite.

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