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Kultur Das 20. Wacken Open Air verzückte die Fans
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19:23 02.08.2009
Wacken

„Nichts geht mehr“, heißt es auf dem Campingplatz neben dem Backstagebereich. Wir versuchen es trotzdem - und haben Glück. Eine halbe Stunde später steht das Zelt. Erste bekannte Gesichter werden gesichtet, während auf der Black Stage Walls Of Jericho, eine von mehr als 80 Bands, losbrechen. Brachial-Riffs und trommelfellgefährdenden Schreiattacken dröhnt mit dem Wind über den Backstagebereich bis zu den Zelten, zaubert dort ein Lächeln auf die Gesichter. Wacken 2009 - endlich! Bereits am Vortag haben Running Wild ihr Abschiedskonzert gespielt, konnten die Hard-Rock-Veteranen Heaven Hell überzeugen, wie wir von unseren Zeltnachbarn erfahren. Auch heute stehen Highlights an, höchste Zeit für einen Besuch auf dem Gelände. Durch den Backstagebereich mit Schaulaufen mehr oder minder wichtiger Metal-Promis sowie Vertretern der journalistischen Zunft aus aller Herren Länder gelangen wir über die „Stairway to Heaven“ - eine aus Metallstufen bestehende Überführung - zu den Massen.

Schlammschlacht neben der W.E.T. Stage. Um nicht Opfer der kindlichen Euphorie zu werden und ebenfalls im Matsch zu landen, machen wir einen schnellen Bogen um das Geschehen. Airbourne beackern auf der Black Stage ein klassisches AC/DC-Erbe: 08/15-Hard Rock, irgendwie kennt man jeden Song. Ein guter Zeitpunkt, sich ins Lager der „Wackinger“ zu wagen; ein mittelalterliches Spektakulum, das urig aufgemacht sein könnte ohne die allgegenwärtige, penetrante Werbung für eine bayerische Hefeweizen-Brauerei. Ein paar Stände weiter Gelächter und Gefeixe: Zwei splitternackte Männer auf einem Holzbalken beharken sich mit gefüllten Jutesäcken, bis einer ins Wasser plumpst. Derbe - und sehr lustig. Noch ein Abstecher zu den Schankmaiden der Dryaden-Taverne, dann zurück zu den Bühnen.

Der Platz vor der True Metal Stage ist brechend voll, als Motörhead mit

Iron Fist ihren Gig beginnen. Unfassbar, was der 63-jährige Frontmann Lemmy Kilmister und seine Mannen leisten: Infernalische Lautstärke über 75 Minuten von

Stay Clean über

Just \'Cos You\'ve Got The Power bis zum Finale

Overkill, inklusive schäbiger Strip- und Feuershow irgendwelcher Girls zu

Killed By Death. „We are Motörhead - and we play Rock\'n\'Roll!“ - heute, gestern, morgen. Doro Pesch steigt wenig später zum Finale des Abends mit

Für Immer ein, zeigt, wie stark dieses Festival, das ihr so manches Karriere-Highlight beschert hat, mit ihrer Karriere verbunden ist. Mit dem Judas-Priest-Klassiker

Breaking The Law kann man nix falsch machen, der Rest sind alte Warlock-Hits sowie Songs aus der Solokarriere der Wasserstoffperoxid-Blondine.

Zeltplatzparty in der Nacht, wir feiern mit Spaniern. Zum Frühstück am nächsten Mittag gibt\'s Bockwurst, Muffins und Kaffee, dann aber schnell zu den Bühnen. Die Emo-Hardcore-Thrashmetaller Heaven Shall Burn liefern auf der Black Stage eine gnadenlose Show. Auf die „Wall Of Death“, bei der zwei Parteien brüllend aufeinander prallen sollten, wird wegen Schweinegrippe-Gefahr verzichtet. Was nicht heißt, dass es im Moshpit nicht zur Sache geht. Auch die Punk-Legende U.K. Subs überrascht auf der W.E.T. Stage mit klasse Sound und alten Hits wie

I Wanna Be Sedated oder

Warhead.

Auf vier Bühnen gibt sich an drei Tagen die Ehre, was im Heavy Metal und Hard Rock Rang und Namen hat. Jedem Künstler ist bewusst, dass es zum Jubiläum gilt, hier dabei zu sein und sich ein Denkmal zu setzen. Entsprechend ist die Qualität der Performances von In Flames, Bullet For My Valentine oder Machine Head - um nur einige zu nennen. Den Schlusspunkt des W:O:A setzt die britische Legende Saxon mit einer Setlist, die zuvor im Internet von Fans zusammengestellt wurde. Als Opener zündet

Battalions Of Steel vom aktuellen Album

Into The Labyrinth, dann geht\'s los:

Strong Arm Of The Law,

Heavy Metal Thunder,

Power And The Glory - die Hits, sie sind alle da.

Das Zelt ist abgebaut, Abfahrt gegen 1 Uhr in der Früh. W:O:A 2009, schön war\'s, trotz 571 gemeldeter Taschendiebstähle und zehn diesbezüglicher Festnahmen durch die Polizei. Und erkenntnisreich. Denn spätestens zum 20-jährigen Jubiläum reiht sich das W:O:A ein in die Riege voll kommerzialisierter Mega-Events mit explodierenden Preisen für Speis und Trank zu Lasten eines familiären Charmes, was man dem Festival trotz fortschreitenden Wachstums doch immer noch nachsagte. Hoffentlich schlägt das Herz des W:O:A dessen ungeachtet ungestört im Heavy-Metal-Takt, wenn es 2010 wieder heißt: „faster, harder, louder!“

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Daß Fried im Land ist ein kniffliges a-cappella-Programm einstudiert.

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