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Kultur Die Ärzte-Biografie in der Kieler Pumpe
Nachrichten Kultur Die Ärzte-Biografie in der Kieler Pumpe
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21:16 22.05.2018
Von Jörg Meyer
Foto: Stefan Üblacker hinten am Schlagzeug
Stefan Üblacker hinten am Schlagzeug Quelle: Björn Schaller
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Kiel

Onkel Hanke und Philipp Kasburg haben das Genre der „Missunderstood Songs“, also Lieder, deren Texte man mutwillig missversteht, perfektioniert. „Vitamine zum bösen Spiel“, so der Titel ihres aktuellen Programms, macht „gute Miene“ zu jedem kalauernden Spiel mit Liedtexten, nicht nur der Ärzte. Deren „Teenager-Liebe“ wird zu „Die Nektarine“, Leonard Cohens „Halleluja“ zu einem Loblied auf die Passionsfrust Maracuja. Und wenn „im deutschen Lied-, äh, Leergut“ „Alle Vögel sind schon da“ erklingt, prosten die Wortspieler: „Ach, es ist kein Bier mehr da, alle Flaschen alle.“

Intelligenter Wortwitz

Über solchen Wortwitz hinaus ist das so intelligent, wie sich Die Ärzte einst einer Indizierung erwehrten: In ihrem Song „Geschwisterliebe“ über eine inzestuöse Liebe übersetzten sie das „flach Legen“ in ein unverfängliches „Dach fegen“. Wenn das Duo die „saubere“ Version singt, ist das Publikum umso textsicherer „dreckig“ gegenan mit den originalen „explicit“ Lyrics.
Nebenbei erzählen sie die Geschichte der Ärzte als eine des fantasievoll-punkigen Widerstands gegen das Establishment des Pop wie der ewig gestrigen Gut-Bürger. Solche mutwilligen Missverständnisse sind manchmal die einzigen, die uns verstehen lassen.

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