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Kultur Moondog, das seltsame Genie
Nachrichten Kultur Moondog, das seltsame Genie
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17:33 01.04.2019
Schamane der New Yorker Musikszene: Moondog. Quelle: Peter Krabbe
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Hamburg

Als Festival-Intendant Christian Kuhnt im Jahr 1996 begeistert in die New Yorker Underground-Musikszene abtauchte und dort erlebte, wie das Kollektiv Bang on a Can Töne von Stockhausen oder Xenakis ganz selbstverständlich mit Indianerliedern in Einklang brachte, begegnete ihm zwar nicht der Mann selber, aber doch der legendäre Name: Moondog. „Der war dort Straßenmusiker gewesen, lebte bis zu seinem Tod im Jahr 1999 inzwischen in Deutschland und hatte großen Einfluss auf die US-amerikanische Moderne.“

Die fünf Konzerte starten ab dem 3. August alle jeweils um 21 Uhr und sollen nur rund eine Stunde dauern. Sie laden das Publikum ein, das Programm im Stehen, auf dem Boden oder auf selbst gefalteten Papphockern sitzend zu verfolgen, „gern auch mit Getränk in der Hand“. Im Uebel & Gefährlich, im Dockland, im Kunstverein Harburger Bahnhof, in der Halle 424 und im Thalia Theater treten Künstler wie Víkingur Ólafsson, Katia Labèque und Stefan Lakatos sowie Formationen wie Wooden Elephant oder das Trio ClariNoir auf. Sie experimentieren mit Rhythmik, mit Klangeffekten, anderen Genres und elektronischen Einflüssen. Auf dem Programm steht Musik von Philip Glass, bei dem Moondog zeitweise wohnte, von Beyoncé oder Simeon ten Holt.

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„Das seltsame Genie, das da unten an der Ecke steht“, wie Leonard Bernstein einst fasziniert erkannte, sei schwer zu fassen, so der SHMF-Intendant. „Klang spielt eine große Rolle bei ihm. Aber auch die Tradition." In Deutschland nahm Moondog zeitweise seine Straßenmusiker-Karriere wieder auf – etwa in Hamburg. Er war aber auch Gast der Salzburger Festspiele und der Documenta in Kassel.

www.shmf.de

Von Christian Strehk