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Kultur Powerpaket in Sachen Rock
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17:07 06.06.2019
Von Dieter Hanisch
Kraftstrotzend (v.li.): Robert Jon Burrison, Warren Murrel und Steve Maggiora. Quelle: Dieter Hanisch
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Bordesholm.

Nach ihrer Stippvisite in Schweden und vor dem nächsten Gig in Belgien nimmt sich das Quintett Zeit für ein Konzert in Holstein. Die US-Band promotet ihren neuen Tonträger Take Me Higher, bringt aber auch jede Menge Material ihrer Vorgängeralben auf die Bühne. Von der ersten Sekunde bis zum letzten Ton der Zugabe bahnt sich kraftstrotzender Rock seinen Weg in die Gehörgänge.

US-Band zieht alle Register

Die Herren um Sänger und Bandleader Robert Jon Burrison nehmen sich viele kreative Freiheiten, packen ihren reichhaltig bestückten Jam-Koffer aus und ziehen alle Register einer bestens harmonierenden Band, die sich ungern in Schubladen stecken lässt. Da ist Platz für gängigen Southern- und Rootsrock, fantasievollen Progrock und grundsoliden Hardrock. Allen Stücken gemein ist eine leidenschaftlich pushende Power, auszumachen in der Stimme von RJB oder in Form der Stromgitarren, des wummernden E-Basses, des feurigen Keyboards oder des kernigen Schlagzeugs.

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Ein roter Faden sind dabei die extensiven Soli von Leadgitarrist Henry „James“ Schneekluth, der zusammen mit der Rhythmusgitarre von RJB auch einige Einheiten Twin-Guitar-Spiel serviert. Als unermüdliche Antreiber erweisen sich Drummer Andrew Espantman sowie Warren Murrel am viersaitigen Tieftöner. Buchstäblich mit Köpfchen agiert zudem Steve Maggiora, der sein Haupt auch schon mal komplett über alle Tasten zieht. 

Balladen voller Energie

Was anfängt wie ein grummelndes Rockgewitter (Going Down) steigert sich knapp 100 Minuten lang hinein in eine ekstatische Rockexplosion (On The Run). Und selbst aus einer Ballade wie Mary Ann trieft eine nicht zu bändigende schöpferische Energie. Höhepunkt ist die mittig im Set platzierte XXL-Instrumentalnummer Tightrope, die sich wie eine Zeitreise zurück in die 70er-Jahre anfühlt. Eigentlich unverständlich, dass eine Band dieses Potenzials ohne einen Labelvertrag dasteht, besitzt sie doch ein außerordentliches Potential. 

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