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Kultur Deichkinds fulminanter Tourstart in Kiel
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06:26 12.02.2020
Von Thomas Bunjes
Den riesigen Rucksack kennt man doch, den trägt Deichkind-MC Philipp Grütering auch in dem bizarren Video zum Song „Richtig gutes Zeug“. Quelle: Michael Kaniecki
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Der erste Eindruck

Vorgewärmt wird das Publikum wie gewohnt mit Hip-Hop-Video-Clips von Missy Elliot und anderen, projiziert auf einen riesigen, weißen Vorhang. Dann folgt ein weiteres Video, das in einer minutenlangen Art Kunstperformance den nackten Lars Eidinger zeigt, ein Freund der Band. Der bekannte Schauspieler wird mittels Seilen langsam aus Rückenlage hochgehievt, bis zur Hüfte in einen großen Topf blauer Farbe getaucht und anschließend - durchaus ästhetisch und sich dabei immer ästhetischer bewegend - über einen weißen Boden geschleift. Als menschlicher Pinsel. Nicht leicht, ein Freund von Deichkind zu sein ...

Das Programm

Zerfällt in zwei Teile. Das erste satt bestückt mit Songs vom neuen Album „Wer sagt denn das?“, darunter der Titelsong, als Opener das selbstironische „Keine Party“, dann noch „Richtig gutes Zeug“, „Dinge“, „Quasi“, „Endlich autonom“, „Knallbonbon“, „Party 2“, „Cliffhänger“, „Ich bin ein Geist“ und „Gewinne, Gewinne“ plus drei ältere: „So ‘ne Musik“, „Voodoo Lyrics“ und „Die Welt ist fertig“. Gegen 22.30 Uhr folgt eine Zäsur, der Vorhang schließt sich. Als er wieder aufgeht, hauen Deichkind massig Klassiker raus: „Bück dich hoch“, „Leider geil“, „Bon Voyage“, „Komm schon!“, „Arbeit nervt“, „Niveau weshalb warum“ und „Limit“, bringen aber auch noch die frischen Songs „Bude voll People“ und „Alles außer Sunshine“ unter. „Roll das Fass rein“ zum obligatorischen Ritt auf dem Riesenfass quer durchs jubelnde Publikum inklusive Fahneschwenken darf natürlich ebenso wenig fehlen wie „Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah)“ als Zugabe zum kollektiven Durchdrehen.

Das Publikum

Scheint ein wenig zu fremdeln mit den neuen Songs inklusive ausgefeilter Choreografie und einfachem, aber effektvollem Bühnenbild. Oder verfolgt das Dargebotene konzertiert. Jedenfalls ist bemerkenswert wenig Bewegung zu beobachten in der Menge. Das ändert sich signifikant, als Deichkind nach dem Break die alten Hits vom Stapel lassen.

Was in Erinnerung bleibt

Vor allem die neuen Tracks samt optischer Umsetzung auf der Bühne. Manchmal klingen die Stücke clever und ausgefeilt wie Kraftwerk mit deutlich mehr Wumms. Die Performances sind kunstvoll, obwohl sie noch immer den anarchischen Geist atmen.

Fazit

Vielleicht sind das - auch live - die besten Deichkind bis dato. Für das tausendste Konzert, wie die Band ihr Publikum wissen ließ, und einen Tourauftakt definitiv eine reife Leistung.

Klicken Sie hier für weitere Fotos vom Deichkind-Konzert in Kiel.

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